Finanzkrise : Sparkassen trotz Krise mit Milliardengewinn

Nach einem Gewinn in Milliardenhöhe sind Deutschlands Sparkassen mit stolz geschwellter Brust ins Jahr 2009 gegangen. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands rechnet auch in den nächsten Monaten nicht damit, dass die Sparkassen zum Stützungsfall werden.

Frankfurt/Main"Kein Wettbewerber genießt höheres Vertrauen", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, am Mittwoch in Frankfurt. Die Politik dürfe nicht zulassen, dass mit Hilfe staatlicher Mittel ein neuer Renditewettlauf beginne. Noch sehen sich die einst bisweilen als "bieder" verschrienen Sparkassen trotz zunehmenden Wettbewerbs um Privatkunden und Mittelstand im Vorteil: "Wir haben keine Abflüsse zu verzeichnen im neuen Jahr, aber die Zuflüsse sind geringer geworden. Da ist schon ein harter Wettbewerb." Auch in der Debatte um die Neuordnung der Landesbanken vermisse er bundespolitische Impulse, sagte Haasis.

Die 438 (Vorjahr: 446) Sparkassen verbuchten für 2008 einen Jahresüberschuss von 1,3 Milliarden Euro. Das war zwar gut ein Fünftel (22,3 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor. Doch insgesamt sei das Jahr "für die Sparkassen ein sehr erfolgreiches Jahr" gewesen, bilanzierte Haasis. Die Kundeneinlagen erhöhten sich zum Vorjahr um 24,8 Milliarden auf 742,3 Milliarden Euro. Das war laut Verband der höchste Zufluss seit der Euro-Bargeldeinführung im Jahr 2002. Bei den Kundenkrediten gab es einen Zuwachs von 13,9 Milliarden auf 631,4 Milliarden Euro. Haasis erwartet auch in den nächsten Monaten nicht, dass die Krise eine Sparkasse derart in Schieflage bringen könnte, dass sie zum Stützungsfall wird: "Insgesamt verdienen alle so gut Geld, dass sie sich am Markt behaupten können."

2300 weniger Mitarbeiter

Haasis warb erneut dafür, die Krise auch für eine Neuordnung der Landesbankenbranche zu nutzen: "Wir müssen Kapazitäten abbauen bei den Landesbanken." Etliche Landesbanken mussten wegen der Finanzmarktkrise Milliardeneinbußen verbuchen und werden nun mit öffentlichem Geld gestützt. Der Sparkassenpräsident stellte klar: "Die Sparkassen brauchen Landesbanken, aber wir brauchen sie nicht in der Anzahl, nicht in der Größe und nicht in der Risikolage." Haasis kritisierte, dass der Bund Privatbanken wie der Commerzbank (Kapital) und gar Autobanken wie der VW Bank (Garantien) mit Milliarden unter die Arme greift, die Verantwortung für die Landesbanken aber an die Länder verweise. "Das widerspricht eindeutig dem Sinn und Zweck des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes", sagte Haasis, es gebe da "eine glatte Ungleichbehandlung".

Die Mitarbeiterzahl der Sparkassen verringerte sich binnen Jahresfrist um 2300 auf 251.400. Der Verband erklärte dies mit dem Umbau von Instituten und der Auslagerung von Tätigkeiten. Haasis betonte: "Ich kann für die Sparkassen klar sagen: Wegen der Finanzkrise wird nicht ein einziger Mitarbeiter freigesetzt." (imo/dpa)