Finanzministertreffen : G-7: Finanzmarktkrise noch nicht ausgestanden

Die Finanzminister der sieben größten Industriestaaten rechnen trotz Turbulenzen auf den Finanzmärkten und hohen Energiekosten weiterhin mit einem weltweit starken Wirtschaftswachstum. Von einer Normalisierung an den Geld- und Kreditmärkten könne aber noch keine Rede sein, so Bundesfinanzminister Steinbrück.

WashingtonGleichzeitig forderten die G-7 in einer Erklärung am Ende ihres traditionellen Herbsttreffens China dazu auf, den Wechselkurs für den Yuan flexibler zu gestalten, um ihn aufzuwerten. Zum starken Euro und dem schwächelnden US-Dollar äußerten sich die Finanzminister hingegen nicht.

"Die Weltwirtschaft ist in ihrem fünften Jahr mit robustem Wachstum", hieß es in der Erklärung der G-7-Finanzminister. Dennoch werde es leichte Wachstumsbeeinträchtigungen durch die Turbulenzen auf den Finanzmärkten, die hohen Energiekosten und die Krise des US-Immobilienmarktes geben. "Die Lage auf den Geld- und Kreditmärkten hat sich leicht entspannt. Wir sind aber noch nicht durch", sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) nach dem Treffen. Von einer Normalisierung könne keine Rede sein.

Streit mit China

Die G-7-Staaten erhöhten mit ihrer Erklärung auch den Druck auf China. Sie forderten das Land zu einer "beschleunigten Aufwertung" seiner Währung auf und zur Einführung "realer" Wechselkurse. Die USA und Europa werfen Peking vor, den Kurs des Yuan im Vergleich zum Dollar künstlich niedrig zu halten, um sich Vorteile für den Export zu verschaffen. Der stellvertretende Chef der chinesischen Zentralbank, Wu Xiaoling, erklärte bei einem Vortrag, Peking habe bereits entsprechende Initiativen ergriffen und verhalte sich wie ein verantwortliches Mitglied der internationalen Weltwirtschaftsgemeinschaft. Ein sofortiges Angleichen des Kurses ohne politische Reformen würde China aber schaden.

In ihrer von den Devisenmärkten mit Spannung erwarteten Erklärung beschrieben die Finanzminister aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan Kanada und den USA übermäßige Schwankungen der Wechselkurse als "unerwünscht" im Interesse des Wirtschaftswachstums. Die Devisenkurse sollten die "wirtschaftlichen Grundlagen widerspiegeln". (mit AFP)