Flughafen-Debakel : BER-Stresstest setzt Prüfer unter Druck

Am Dienstag wird die Brandschutzanlage des neuen Großflughafens getestet. Experten wagen keine Prognose zum Ergebnis. Geht der Test schief, stellen sich Grundsatzfragen für die weitere Planung - und auch der Eröffnungstermin steht auf dem Spiel.

von und Peter Tiede, Klaus Kurpjuweit
Was wenn's brennt? Die Brandschutzanlage des BER-Flughafens wird am Dienstag erneut und unter Volllast getestet. Ein Fehlschlag hätte erhebliche Folgen für den Kosten- und Zeitplan.
Was wenn's brennt? Die Brandschutzanlage des BER-Flughafens wird am Dienstag erneut und unter Volllast getestet. Ein Fehlschlag...Foto: dapd

Schon der kommende Dienstag könnte zum Tag der Wahrheit werden für die Planer und Bauherren des neuen Hauptstadflughafens BER in Schönefeld sein. Dann sollen vom Morgen an bis gegen 17 Uhr wesentliche Teile der Brandschutz- und Entrauchungsanlagen des Flughafengebäudes getestet werden. Geht es schief, ergäben sich erhebliche Umplanungen und die vorgesehene Inbetriebnahme des Flughafens zum 17. März 2013 sei nicht mehr möglich, heißt es in einem internen Status-Bericht, der dem Tagesspiegel vorliegt. Flughafensprecher Ralf Kunkel lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Es gebe nichts Neues, sagte er.

Selbst die Experten trauen sich keine Prognose zum Ausgang des Tests zu. Zu oft, so ein am Verfahren Beteiligter, habe die zentrale Steuerung der Brandschutzanlagen nicht funktioniert. Klar ist, so ein anderer am Verfahren beteiligter brandenburgischer Beamter, dass im Fall eines Fehlschlages Grundsatzfragen zu klären sind: „Wir müssen dann die Flughafengesellschaft und die beteiligten Firmen fragen, ob es Sinn macht, mit der so konzipierten Brandschutz- und Entrauchungsanlage weiterzumachen.“

Das könnte auch den Terminplan ins Wanken bringen. Die an der Brandschutzanlage beteiligten Firmen – Bosch, Imtech und Siemens – jedenfalls haben bislang nur „mündliche Zusagen“ für die Fertigstellung der Anlage bis Mitte Dezember abgegeben, wie aus dem Sachstandsbericht weiter hervorgeht. Das ist der späteste Zeitpunkt, um die nötigen Prüfungen und Abnahmen durch TÜV-Sachverständige und das Bauordnungsamt im Landkreis Dahme-Spreewald noch vornehmen zu können. Konkrete Zusagen, ob die Termine mit der komplizierten Anlage überhaupt zu halten sind, wollen die Firmen erst nach dem Volllasttest geben. Bei einem Scheitern drohen auch die Kosten außer Kontrolle zu geraten. In Aufsichtsratskreisen wird in diesem Fall mit Mehrkosten im mittleren bis oberen dreistelligen Millionenbereich gerechnet.

26 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben