Der Tagesspiegel : Flugzeugbauer Aquila meldet Insolvenz an Liquiditätsprobleme trotz Erfolgs mit Zweisitzer

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Schönhagen Der am Flugplatz Schönhagen (Landkreis Teltow-Fläming) angesiedelte Flugzeughersteller Aquila hat einen Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind 40 Mitarbeiter. Das vorläufige Aus für den Hersteller des Kleinflugzeuges A 210 kam überraschend. Mit Aufträgen für 25 Maschinen im Gesamtwert von rund 3,5 Millionen Euro war die Jahresproduktion gesichert.

Man habe schon länger unter Liquiditätsproblemen gelitten, sagte Markus Wagner, einer der drei Geschäftsführer. Auch die wegen der großen Nachfrage geplante Verdoppelung der Produktionskapazität war an den finanziellen Schwierigkeiten gescheitert. Zuletzt habe es auch noch Streit zwischen den Gesellschaftern – neben den drei Gründern eine Bank, ein Luftfahrtunternehmen, eine Vermögensverwaltung und ein privater Investor – gegeben. Gemeinsam mit zwei Studienkameraden der Technischen Universität Berlin hatte Wagner die A 210 ab 1995 entwickelt. Im Jahr 2000 bezog das Unternehmen in den Technologiepark Schönhagen.

Insolvenzverwalter Bruno Kübler sieht angesichts des Markterfolges der A 210 gute Chancen, den Betrieb zu retten. 27 Exemplare des innovativen, einmotorigen Zweisitzers wurden, wie berichtet, bereits in verschiedene europäische Länder geliefert. Ohne die langen Lieferfristen hätte es noch weitaus mehr Kunden gegeben. Der Insolvenzverwalter hofft jetzt auf neue Investoren und die Unterstützung des Landes. Der aktuelle Kapitalbedarf betrage rund eine Million Euro; weitere drei Millionen wären für die geplante Zweigproduktion in den USA erforderlich. Rund zehn Millionen Euro würde die Weiterentwicklung der A 210 zum Viersitzer kosten. Bei Vorlage eines überzeugenden Konzeptes werde sich Brandenburg bemühen, das Unternehmen an seinem Standort zu sichern, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. du-

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