Formel 1 : Ferrari: Sabotage vom eigenen Techniker?

Der Techniker Nigel Stepney wird vor dem Großen Preis von Monte Carlo vom eigenen Team indirekt der versuchten Sabotage bezichtigt.

Maranello/Italien"Die Tatsache, dass wir bei der Staatsanwaltschaft einen Bericht eingereicht haben, zeigt, dass wir etwas Illegales festgestellt haben", sagte Jean Todt, der Teamchef des Formel-1-Rennstalls, dem italienischen Fachblatt "La Gazzetta dello Sport". Der Franzose machte jedoch keine Angaben zu den Vorwürfen.

Die Staatsanwaltschaft hat bereits eine Untersuchung eingeleitet. Ferrari-Sprecher Luca Colajanni bestätigte, dass Stepney in dem Schreiben an das Gericht in Modena genannt wird. Der Brite ist derzeit verantwortlich für Leistungsentwicklung. Laut "Gazzetta dello Sport" und der italienischen Nachrichten-Agentur Ansa soll sechs Tage vor dem Rennen in Monte Carlo ein mysteriöses Pulver an den Benzintanks der Autos von Kimi Räikkönen und Felipe Massa gefunden worden sein. Die Teile wurden vor dem Grand Prix ersetzt und das Pulver an die Polizei zur Untersuchung weiter gegeben.

Auch interne Untersuchung eingeleitet

Stepney war früher Chefmechaniker des Teams. Der Brite hatte sich Hoffnungen gemacht, als Nachfolger seines dieses Jahr pausierenden Landsmannes Ross Brawn Technischer Direktor der Scuderia zu werden. Todt entschied sich aber anders. Stepney steht bei den Italienern noch unter Vertrag. Das Team habe auch eine interne Untersuchung eingeleitet, hieß es bei Ferrari.

Die Scuderia liegt nach sieben Saisonrennen in der Konstrukteurs- Wertung deutlich hinter dem dominierenden Konkurrenten McLaren-Mercedes zurück. In der Fahrer-WM rangieren der Brasilianer Massa (39 Punkte) und der Finne Räikkönen (32) ebenfalls abgeschlagen hinter dem Silberpfeil-Duo Lewis Hamilton (58) und Fernando Alonso (48) an dritter und vierter Stelle.

Im Vorfeld der Ferrari-Feiern zum 60. Bestehen an diesem Wochenende im Werk in Maranello nahm Luca di Montezemolo vor allem Neuzugang Räikkönen in die Pflicht, den Abstand zu McLaren-Mercedes zu verringern. "Wir warten auf den echten Raikkönen, den alle gefürchtet haben", sagte der Fiat- und Ferrari-Vorstand. Er sei davon überzeugt, dass der Finne wieder zu alter Stärke zurückfinde. Auch Ferrari selbst werde bald wieder dem derzeit überlegenen WM-Rivalen McLaren-Mercedes Paroli bieten können. "Wir müssen wieder wettbewerbsfähig werden und haben auch alle Möglichkeiten dafür", so di Montezemolo. (mit dpa)