Formel 1 in Australien : Button holt erste Pole - Vettel wird Dritter

Das bärenstarke B&B-Duo im neuen Brawn GP hat die Konkurrenz zum Auftakt der neuen Formel-1-Saison wie erwartet düpiert - Titelverteidiger Lewis Hamilton erlebte dagegen in der Qualifikation zum Großen Preis von Australien den ersten schweren Rückschlag.

Claas Hennig[dpa]
Formel 1
Sichert sich die erste Pole der neuen Saison: Der Brite Jenson Button. -Foto: dpa

MelbourneAls sich Jenson Button am Samstag bei strahlendem Sonnenschein im entscheidenden Zeitabschnitt seines insgesamt vierte Pole Position vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello und dem deutschen Hoffnungsträger Sebastian Vettel sicherte, war für Lewis Hamilton das Ausscheidungsrennen um die Startplätze schon längst gelaufen. Ein Defekt am Silberpfeil brachte den ohnehin lahmen Boliden zum Stehen. Weil das Getriebe an Hamiltons McLaren-Mercedes auch noch ausgetauscht werden musste, wurde der nach dem Qualifying auf  Rang 15 liegende Hamilton zudem um fünf Plätze strafversetzt.

Da aber der deutsche Timo Glock (6.) und dessen Toyota-Teamkollege (8.) Jarno Trulli von den Rennkommissaren nachträglich von dem Ausscheidungsrennen am Samstag im Albert Park wegen eines zu flexiblen Heckflügels ausgeschlossen und ans Ende des Starterfeldes gesetzt wurden, geht der Weltmeister nicht als Letzter, sondern 18. ins Rennen. Man müsse sich noch "dramatisch steigern", befand Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Dass die beiden Ferrari-Rivalen, Felipe Massa und Kimi Räikkönen, vor den Augen von Rekordweltmeister Michael Schumacher auf den Plätzen sieben und neun dümpelten, konnte die Silbernen - Heikki Kovalainen wurde letztlich 12. - kaum trösten. Zumal beide "Roten" von der Disqualifikation der Toyota-Piloten profitierten und Massa auf Rang sechs sowie Räikkönen auf Platz sieben kletterten.

Vettel glücklich über dritten Platz

Besser als bei den Branchenführern lief es für Vettel. "Ich bin glücklich, dass ich in der zweiten Reihe stehe. Das hätte heute Nachmittag keiner erwartet. Vor allem nach dem schwierigen Tag gestern", meinte der 21 Jahre alte Red-Bull-Pilot. "Die zwei Jungs da vorne waren aber zu schnell für uns", gestand er aber mit Blick auf Button und Barrichello.

Auch schnell: Nico Rosberg, der schon in den Trainingssessions Bestzeit gefahren war. In der Qualifikation kam der Wiesbadener im Williams auf Rang fünf. "Das Schöne ist, dass ich mit dem fünften Platz unzufrieden bin. Wann konnte ich das mal von mir behaupten", meinte Rosberg. Aus der schwarz-rot-goldenen Startreihe drei wurde es aber dann doch nichts, da der auf Rang sechs geraste Glock ans Ende des Feldes versetzt wurde.

Heidfeld verpasst zunächst Top Ten

Zu den Geschlagenen zählte auch Nick Heidfeld. Während sein BMW-Sauber-Teamkollege Robert Kubica immerhin Vierter wurde, verpasste der selbst ernannte Titelanwärter als Elfter erst noch die Top Ten. "Ich habe immerhin erwartet, einen Platz unter die ersten Zehn zu schaffen", sagte der 31-Jährige, ehe er sein Mindestziel nachträglich erreichte und auf Rang neun vorrückte. Adrian Sutil wurde im Force India trotz Mercedes-Power unter der Haube wie bei den Brawn-Boliden Vorletzter, rückte durch das Nachspiel in Sachen Toyota und die Strafe von Hamilton aber insgesamt drei Plätze vor (16.).

Was mit einem Mercedes-Motor möglich ist, bewiesen Button und Barrichello. "Das ist fantastisch. Es waren harte fünf, sechs Monate, in denen wir nicht wussten, ob es eine Formel-1-Zukunft geben würde", erklärte Button, der zuletzt vor drei Jahren in Melbourne von einer Pole Position gestartet war. Nach dem Honda-Ausstieg war bis Anfang März nicht klar, ob das Team in Australien dabei wäre. "Das kann man nie erwarten", meinte Teamchef Ross Brawn über das Ergebnis.Allerdings muss sich das Team ebenso wie Williams und Toyota am 14. April dem FIA-Berufungsgericht wegen des Streits um den hinteren Teil des Unterbodens ihrer Wagen stellen.