Formel 1 in Silverstone : Hamilton zu Hause ganz vorne

Bei seinem Heimdebüt in Silverstone konnte sich Jungstar Lewis Hamilton im Qualifying die Pole Position sichern. Mit hauchdünnen 12 Hundertstel Vorsprung lag der Brite vor Kimi Räikkönen im Ferrari und seinem Teamkollegen Fernando Alonso im zweiten Mercedes.

Formel 1 - Qualifyig
Die Drei an der Spitze: Lewis Hamilton (Mitte) startet morgen von der Pole, vor Kimi Räikkönen (Rechts) und Fernando Alonso...Foto: AFP

SilverstoneEine grandiose letzte Runde hat Lewis Hamilton die Pole Position bei seinem Heimspiel in Silverstone beschert und die Hoffnungen der britischen Fans auf den ersten Triumph eines Landsmanns seit sieben Jahren beim Großen Preis von Großbritannien genährt. Der 22 Jahre alte Shooting-Star der Formel 1 raste auf dem 5,141 Kilometer langen Kurs im dritten Qualifikations-Abschnitt in 1:19,997 Minuten zum dritten Mal in dieser Saison auf Startplatz eins und heizte den Hype noch einmal an. Für die Überraschung aus deutscher Sicht sorgte Ralf Schumacher, der mit dem Toyota mit Platz sechs so gut wie noch nie in dieser Saison abschnitt.

An Hamilton kam aber auch der Kerpener nicht heran. Vor 80.000 begeisterten Zuschauern verwies der WM-Spitzenreiter im McLaren-Mercedes den finnischen Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen (1:20,099 Minuten) auf den zweiten Platz. "Ich mag es, die Leute glücklich zu machen. Ich habe die Flaggen gesehen, die Zuschauer gehört. Ich habe mich selbst gefeiert und beinahe meine Stimme verloren", sagte Hamilton, der als erster Brite seit Damon Hill 1996 die Pole Position in Silverstone holte. Der letzte Brite, der auf der Strecke in Mittelengland siegte, war der Schotte David Coulthard 2000.

Norbert Haug schwärmt von seinem Traum-Duo

Dritter wurde der spanische Weltmeister und Hamilton-Teamkollege Fernando Alonso (1:20,147) vor dem Brasilianer Felipe Massa (1:20,265). "Besser geht es nicht, spannender geht es nicht. Lewis war mega, und Fernando ist nur anderthalb Zehntelsekunden dahinter", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug begeistert. Für das Team war die Pole Position nach der Spionage-Affäre mit Ferrari auch Balsam für die Seele.

Hamilton hat nun beste Chancen, im Rennen am Sonntag (14 Uhr/RTL und Premiere) seine Führung in der WM-Wertung auszubauen. Nach seinen bisherigen zwei Pole Positionen in Montréal und Indianapolis hatte er gewonnen.

Ralf Schumacher überrascht

Formel 1 - Qualifying Silverstone
Quick Nick enttäuschte. Mit seinem neunten Startplatz war Nick Heidfeld nicht zufrieden. -Foto: dpa

Vor dem neunten von 17. Saisonrennen liegt Senkrechtstarter Hamilton mit 64 Punkten vor Alonso (50). Massa rangiert mit 47 Zählern an dritter Stelle vor Räikkönen (42). BMW-Sauber-Fahrer Heidfeld ist Fünfter (30), Nico Rosberg (5) im Williams-Toyota Elfter, Schumacher (2) 15. Im Konstrukteurs-Klassement ist McLaren-Mercedes mit 114 Zählern Erster vor Ferrari (89) und BMW-Sauber (48).

Erleichtert war Ralf Schumacher nach seinem sechsten Platz in 1:20,516 Minuten hinter dem Polen Robert Kubica im BMW-Sauber (1:20,401). Der Kerpener lag in der Qualifikation erstmals seit dem Japan-Grand-Prix 2006 vor seinem Teamkollegen Jarno Trulli, der in Silverstone Zehnter wurde. "Die Strecke liegt uns einfach besser. Man sieht, das Potenzial ist da - man muss es nur noch rauskitzeln", sagte Schumacher.

Heidfeld und Rosberg unzufrieden

Formel 1 - Qualifying Silverstone
Ralf Schumacher überraschte mit einem sechsten Startplatz. Nach vielen Pleiten das beste Qualifying in dieser Saison. -Foto: dpa

Weniger gut lief es für die anderen drei deutschen Fahrer. Heidfeld musste sich im zweiten BMW-Sauber in 1:20,894 Minuten mit Rang neun begnügen. "Ich bin definitiv nicht zufrieden. Das ist die schlechteste Startposition für mich in diesem Jahr", murrte der Mönchengladbacher.

Noch schlechter gelaunt war Rosberg, der noch im Training einen starken Eindruck hinterlassen hatte. "Ich hatte ein technisches Problem, daher habe ich viel Geschwindigkeit auf der Geraden verloren", sagte der Wiesbadener nach seinem frühen Aus in der ersten Qualifikations-Runde als 17. "Ich habe mich gut gefühlt. Es wäre viel möglich gewesen an diesem Wochenende." Er dürfe nicht mehr sagen. "Ich habe zuletzt einen um die Ohren gekriegt", sagte er. Adrian Sutil aus Gräfelfing kam im Spyker auf den 20. Rang: "Das Auto liegt nicht schlecht. Der Abstand ist nicht ganz so groß, im Rahmen dessen, was wir gedacht haben." (Von Claas Hennig, dpa)