Formel 1 : Massa schnappt sich die Pole

Ferrari-Pilot Felipe Massa startet beim Großen Preis von Frankreich von der Pole Position. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton sitzt ihm mit seinem McLaren-Mercedes im Nacken. Nick Heidfeld eroberte den siebten Startplatz.

Massa
Ferrari-Pilot Felipe Massa rast zur Pole-Position. -Foto: AFP

Magny-Cours"Qualifikations-Weltmeister" Felipe Massa hat zu alter Stärke zurückgefunden und mit seiner ersten Pole Position seit sieben Wochen einen weiteren Triumph der Silberpfeil-Rivalen verhindert. Unter den Augen seines Ratgebers Michael Schumacher holte der Ferrari-Pilot beim Abschiedsrennen in Magny-Cours zum vierten Mal in dieser Formel-1-Saison Startplatz eins. "Das ist ermutigend und tut gut. Wir scheinen zurückschlagen zu können", sagte der Brasilianer und rechnet sich gute Siegchancen für den Großen Preis von Frankreich aus.

Ein kleiner Fahrfehler und ein kaputtes Getriebe brachten dagegen das McLaren-Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Fernando Alonso um die Chance auf die Pole Position. "Man kann nicht immer perfekt sein", entschuldigte der britische Jungspund und WM-Spitzenreiter, der zuletzt zwei Mal auf die Pole Position gefahren war, seinen Fauxpas. "Ich hatte ein Auto für die Pole, aber etwas Zeit verloren." Er sei "sehr, sehr glücklich", als Zweiter dennoch in der ersten Startreihe zu stehen. "Mal sehen, was im Rennen passiert."

Alonso durch technischen Defekt ausgebremst

Schlimmer traf es Hamiltons Teamkollegen. Wegen eines Problems mit der Schaltung musste Alonso in der dritten K.o.-Runde des Qualifyings kampflos aufgeben. "Man muss realistisch sein. Nun ist jeder Punkt okay", sagte der zweimalige Weltmeister aus Spanien frustriert zu seinem Missgeschick, das Startplatz zehn bedeutete. "Das war eine Superrunde von Lewis", lobte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug den 22-jährigen Hamilton und bedauerte zugleich Alonso: "Schade für Fernando. Es sieht nach einem Getriebeschaden aus. Besser heute als morgen."

Nick Heidfeld (Mönchengladbach), den seit den Testfahrten in Silverstone eine Rückenverspannung quält, haderte mit seinem siebten Rang: "Damit bin ich nicht ganz zufrieden." Er rechne am Sonntag (Start: 14 Uhr/RTL und Premiere) nicht mit einem Podiumsplatz, weil Ferrari deutlich schneller geworden und Renault deutlich heran gekommen sei. Mit seinem Rücken habe er "keine Probleme" gehabt. Was für BMW-Sauber auf dem "Circuit de Nevers" möglich war, zeigte Robert Kubica: Der Pole überzeugte bei seinem Comeback nach seinem Horrorcrash von Montréal als Vierter. "Robert ist wieder voll da. Er ist vielleicht sogar besser als vorher", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Nick gelang dagegen keine optimale Runde."

Gedränge im Mittelfeld

Ralf Schumacher musste dagegen auf das erhoffte Geschenk zum 32. Geburtstag verzichten. Der Toyota-Pilot aus Kerpen verpasste als Elfter um 0,15 Sekunden den Einzug in die Top Ten. "Den Mittelsektor bin ich nicht optimal gefahren", nahm er die Schuld auf sich. "Alles ist eng zusammen. Mal abwarten, wer die bessere Rennstrategie hat." Auch Nico Rosberg war trotz Rang neun enttäuscht. "Da war mehr drin", sagte der Williams-Toyota-Vertreter aus Wiesbaden. "Ich will auf jeden Fall punkten." Adrian Sutil (Gräfelfing) konnte wegen einer kaputten Kupplung kaum attackieren und wurde im Spyker Letzter.

Massa strahlte nach seiner Bestzeit. "Das ist definitiv ein gutes Wochenende für uns", sagte er. "Hoffentlich bleibt es so, dass wieder der gewinnt, der beim Start vorne steht." Bis auf Sepang war dies in den bisherigen sieben Saisonläufen die Regel. Kimi Räikkönen schöpft nach seinem dritten Platz ebenfalls neue Hoffnung im Titelrennen. "Das waren harte Zeiten. Aber das Auto ist seit den Tests viel besser", sagte der finnische Ferrari-Fahrer. Massa benötigte auf dem 4,411 Kilometer langen Kurs 1:15,034 Minuten.  (mit dpa)