Formel 1 : Unfallopfer Kubica darf starten

Nach dem schweren Unfall ist der polnische BMW-Sauber-Pilot "hundertprozentig fit". Damit muss der Deutsche Sebastian Vettel den Fahrersitz bereits wieder räumen.

Elmar Dreher[dpa]
Robert Kubica
Robert Kubica ist guter Dinge -Foto: dpa

Magny-CoursUnfallopfer Robert Kubica darf beim Großen Preis von Frankreich an diesem Wochenende wieder ins Cockpit steigen. Formel-1-Arzt Gary Hartstein gab dem BMW-Sauber-Piloten 18 Tage nach dessen Horrorcrash in Montréal nach einer eingehenden Untersuchung im medizinischen Zentrum an der Rennstrecke Magny-Cours grünes Licht für ein Comeback. "Ich bin hundertprozentig fit und freue mich, dass ich wieder fahren kann", sagte der 22 Jahre alte Pole erleichtert. "Zum Glück musste ich nur ein Rennen zusehen." Wegen seines schweren Unfalls beim Großen Preis von Kanada am 10. Juni hatten die Ärzte Kubica für den WM-Lauf in Indianapolis ein Startverbot erteilt.

"Ich freue mich, dass Robert wieder fahren kann", begrüßte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen die Rückkehr seines Stammpiloten. Dagegen machte Kubica-Vertreter Sebastian Vettel aus seiner Enttäuschung kein Hehl. "Schade, dass ich wieder ins zweite Glied zurücktreten muss", sagte BMW-Sauber-Ersatzpilot aus Heppenheim. "Ich habe gemerkt, wie toll es ist, ein Formel-1-Rennen zu fahren. Andererseits wusste ich ja, dass ich Testpilot bin." Vettel hatte den Polen beim Großen Preis der USA bestens vertreten. Der 19-Jährige wurde Achter und holte damit als jüngster Grand-Prix-Starter einen WM-Punkt.

Mit 230 Stundenkilometern in die Mauer

Kubica war in Indianapolis mit 280 Stundenkilometern in den Toyota des Italieners Jarno Trulli gekracht, hatte sich danach mehrmals überschlagen und war mit etwa 230 km/h in eine Betonmauer geprallt. Er musste dabei Verzögerungen von 75 g verkraften, was dem 75-fachen der Erdbeschleunigung entspricht. Trotz des heftigen Einschlags erlitt Kubiva kaum Verletzungen. Er zog sich lediglich eine Gehirnerschütterung, Prellungen und einen verstauchten Knöchel zu. Das Auto wurde bei dem Crash beinahe vollständig zerstört.

In Kubicas Heimat kursierten derweil Meldungen über ein angebliches "Wunder" durch den verstorbenen polnischen Papst Johannes Paul II. Der BMW-Pilot soll im Helm den Namen seines berühmten Landsmannes tragen. Dies habe ihm in Montréal das Leben gerettet.