Der Tagesspiegel : Forscher wünschen sich Machtwort von Merkel

18 Milliarden Euro Förderung wären nötig, um drei Sonderprogramme für Hochschulen und Forschung weiterzuführen. Während Finanzminister die Entscheidung auf den Herbst vertagen wollen, wünscht sich die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein Machtwort der Kanzlerin.

BerlinEin Aufschieben der Entscheidung über die Programme bis nach der Bundestagswahl wäre fatal, erklärte DFG-Präsident Matthias Kleiner. Der selben Ansicht ist Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft (MPG). Er hält gerade angesichts der aktuellen schwierigen Situation eine Investition in Bildung und Wissenschaft für notwendig. Kleiner und Guss fürchten auch, führende deutsche Forscher würden in die USA abwandern: In dem großen Konjunkturprogramm des neuen US-Präsidenten Barack Obama ist ein besonders großer Posten zur Förderung der amerikanischen Forschungslandschaft vorgesehen.

Bei einem Treffen der Finanzminister der Länder am Donnerstag ist laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa beschlossen worden, eine Entscheidung über die von Bildungsministern geforderten 18 Milliarden Euro auf nach der Bundestagswahl zu vertagen. Angesichts von Wirtschafts- und Finanzkrise sahen die Finanzminister aktuell keinen Spielraum für solcherlei Mehrausgaben. Für den Anteil, den der Bund aufbringen sollte, setzte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück einen Vorbehalt durch. (mm, dpa)