Forschung : Erste Wieland-Edition gestartet

Erstmals wird die Herausgabe einer historisch-kritischen Wieland-Edition gefördert. Unterstützt wird das Langzeitprojekt mit einem Kostenrahmen von rund 2,5 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

JenaDie Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert mit 2,5 Millionen Euro die Herausgabe der ersten historisch-kritischen Wieland-Edition. In 36 Bänden wollen Wissenschaftler der Universität Jena das Gesamtwerk des Dichters Christoph Martin Wieland (1733-1813) aus der Zeit der Aufklärung samt seiner Übersetzungen veröffentlichen.

Die Laufzeit des gerade gestarteten Projekts, das von dem Literaturwissenschaftler Professor Klaus Manger geleitet wird, betrage zwölf Jahre, teilte die Hochschule mit. Diese Edition werde eine große Lücke schließen. Bisher gebe es keine den heutigen Anforderungen entsprechende Ausgabe seiner Werke. Mit Manger werden drei Wissenschaftler an der "Oßmannstedter Ausgabe" - benannt nach dem ehemaligen Landgut des Dichter in der Nähe von Weimar - arbeiten.

Reemtsma finanziert Langzeitprojekt

Für Wielands Übersetzungen aus dem Englischen, Griechischen und Lateinischen stünden international renommierte Experten zur Verfügung. Wieland hat Werke von Shakespeare, Lukian, Xenophon, Euripides, Aristophanes, Horaz und Cicero ins Deutsche übersetzt. In dem für 1,8 Millionen Euro sanierten Landgut in Oßmannstedt hat seit 2005 ein Wieland-Kolleg seinen Sitz. Die Universität hat zusammen mit der Klassik Stiftung Weimar und der Stiftung für Wissenschaft und Kultur des Hamburger Kunstmäzens Jan Philipp Reemtsma das Langzeitprojekt forciert.

Für Reemtsma beginnt die Weimarer Klassik mit Wieland. "Mit Wieland wird die deutsche Literatur zur Weltliteratur", sagte er zur Wiedereröffnung des Gutshauses. Wieland hatte das Anwesen als 63-Jähriger 1797 erworben. Er wollte dort "von aller Abhängigkeit frei" und ganz sein eigener Herr sein, um sich in Ruhe selbst gewählten Arbeiten widmen zu können. Er hatte das Gut jedoch nur sechs Jahre. (mit dpa)