Forschung : Zöllner fühlt sich bestätigt

Berlins Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner hat oft gesagt, dass er die Forschung der Stadt international für zu wenig sichtbar hält. Jetzt findet er Unterstützung für seine These: Europas beste Nachwuchsforscher meiden Berlin

Ein neues Argument für die geplante „Superstiftung“ liefert Zöllner das Ergebnis des EU-Wettbewerbs um Stipendien für Nachwuchswissenschaftler – „ein Indikator, der in Zukunft wichtiger wird als andere Rankings“, wie Zöllner dieser Zeitung sagte.

Unter 300 vom European Research Council (ERC) – der DFG Europas – ausgewählten Stipendiaten, entschieden sich nur drei für Berlin, wie Zöllner hervorhob. Hingegen wollen 50 in Paris forschen, 45 in London und 18 in Amsterdam. 9000 Bewerber aus Europa hatten ihre Anträge beim ERC eingereicht. Die ausgewählten Stipendiaten bekommen für ihre Forschung in den kommenden fünf Jahren bis zu zwei Millionen Euro – an welcher Einrichtung sie mit dem Geld arbeiten, entscheiden die Wissenschaftler selbst. Die meisten Stipendien gingen ins Vereinigte Königreich (fast 80), nach Frankreich (59), nach Deutschland (45), in die Niederlande (44) und nach Italien (43). Viele der in Deutschland forschenden Stipendiaten wollen an außeruniversitären Instituten arbeiten. Unter den deutschen Universitäten war Heidelberg mit vier Stipendiaten am erfolgreichsten. Die einzige erfolgreiche Uni Berlins war die FU mit ihrer Physikerin Stephanie Reich.

Zöllners neue Berliner „Superstiftung“ soll teure Berufungen aus dem Ausland finanziell unterstützen. Außerdem sollen am Anfang vier oder fünf große Vorhaben gefördert werden, langfristig rechnet der Senator mit fünf bis zehn Projekten.

Berlin nimmt in Zukunft auch an einem OECD-Vergleich von 25 Regionen teil, in dem der Einfluss von Hochschulen und Instituten auf die Region untersucht wird. Das hat das Berlin Board beschlossen. Dort beraten Experten unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters, wie Berlin sichtbarer wird . akü/U.S.

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