Der Tagesspiegel : Fortuna beflügelt

Sponsor stiftet Gebäude für Potsdamer Stadtschloss, Aufbauverein führt Gespräche mit Investoren

Helmut Caspar

Potsdams Glück sind seine Freunde: Das barocke Fortunaportal des Stadtschlosses soll links und rechts durch zwei Torflügel ergänzt werden. Die Firma Robert Scharpf Bau-Consult GmbH will den linken Flügel am Alten Markt in Richtung Altes Rathaus nach historischen Vorlagen neu aufbauen. „Ich möchte, dass das Fortunaportal komplettiert wird und nicht als einsamer Solitär den Alten Markt schmückt“, sagte Geschäftsführer Dieter Lenhard bei der Vorstellung des Konzepts. Da das Land aber kein Geld habe, „springen wir eben mit privaten Mitteln ein“. Die Komplettierung sei man den vielen Sponsoren und Spendern für das Fortunaportal schuldig. Laut Lenhard könnte der elegant geschwungene Portalflügel mit 250 Quadratmetern Nutzfläche als Schlosscafé und für Ausstellungen genutzt werden. Gebaut werde auf den alten Fundamenten, die allerdings erst noch von den Archäologen ausgegraben werden müssen. Da der Alte Markt nach dem Abriss des alten Stadtschlosses aufgeschüttet wurde, müsse er noch um gut einen Meter abgesenkt werden.

Wenn alle rechtlichen und planerischen Fragen geklärt sind, könne man im Sommer 2003 mit der Arbeit beginnen, die nur ein Jahr dauern soll. Die Kosten stünden noch nicht fest. Es gehe um mehrere Millionen Euro, sagte Lenhard. Erst vor wenigen Wochen war das Fortunaportal durch Montage der vergoldeten Figur der Glücksgöttin vervollständigt worden. Prominentester Förderer des Portals ist der TV-Moderator Günther Jauch. Der Vorsitzende der Gesellschaft für den Wiederaufbau des Stadtschlosses, Michael Schöne, hofft, dass sich ein weiterer Sponsor für den rechten Portalflügel findet. Er sei mit Kandidaten bereits im Gespräch.

Der Verein will die 1959 beseitigte Hohenzollernresidenz neu erstehen lassen. Das Eingangstor zum Potsdamer Stadtschloss erinnert an die Königskrönung des Kurfürsten Friedrich III. im Januar 1701 in Königsberg zum König Friedrich I. „in“ Preußen. Es wurde von dem Architekten Jean de Bodt errichtet. Der Enkel von König Friedrich I., Friedrich der Große, fand das Fortunaportal so schön, dass er es beim Umbau des Stadtschlosses stehen ließ.

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