Fotografie : Jim Rakete zeigt Porträts

Seit Jahren fotografiert er Deutschlands Stars. Seine Schwarzweißfotografien haben den Berliner Jim Rakete berühmt gemacht. Nun zeigt das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt eine Auswahl seiner Porträts. Im Mittelpunkt stehen Prominente aus der Filmbranche.

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Der Berliner Fotograf Jim Rakete vor zwei seiner Bilder. Foto:dpa

Frankfurt Das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt zeigt ab Mittwoch Porträts des Berliner Fotografen Jim Rakete (57). Für die Ausstellung seien Fotografien ausgesucht worden, die für Rakete "ein Wiedersehen mit Legenden" oder erste Begegnungen mit aktuellen Shooting-Stars der Filmbranche seien, teilte das Museum mit. Die meisten Bilder stammen aus dem Jahr 2007.

Zu sehen sind unter anderem Bilder von Ulrich Mühe, Martina Gedeck, Jürgen Vogel, Mario Adorf, Tom Tykwer und Fatih Akin. Die Fotos seien gänzlich ohne Effekte und digitale Nachbearbeitung mit einer Plattenkamera entstanden. Der Berliner Fotograf Jim Rakete porträtiert seit Jahrzehnten Stars. Die Entwicklung hin zur digitalen "Knipserei" beurteilt er kritisch. Trotzdem kann er der Digitalfotografie auch Positives abgewinnen. "Die Schnelligkeit ist doll. Und die Auflösung, die inzwischen technisch möglich ist. Die ganze Geschichte macht nur an einer Stelle Halt - wenn es um den Menschen geht. Den kann die Digitalfotografie einfach nicht so beeindruckend abbilden wie die analoge Fotografie. Ich sehe das nicht nostalgisch oder sentimental, sondern mir geht es einfach um das Zeitlose und darum, dass der Mensch gut dargestellt wird. Übrigens müssen sich Fotografen und Fotografierte überhaupt nicht sympathisch sein, damit gute Fotografien entstehen. Manchmal ist das Gegenteil der Fall. Es herrscht eine viel höhere Konzentration bei den Aufnahmen, wenn eine gewisse Spannung da ist."

"Ich bin kein Sammler, ich bin Jäger."

Über seine Arbeit sagt er: "Ich bin kein Sammler, ich bin Jäger. Ich suche Themen eigentlich nicht als Sammelalben, wie "Die schönsten Swimmingpools" oder "Die schlanksten Frauen". So etwas interessiert mich weniger. Ich suche und schaue lieber individuell. Das Doofe ist aber, dass die Medien mehr als früher genau dieses Lexikon-Denken vorgeben: Zehn Seiten behinderte Nackte, Kleingärten, alte Eisenbahnen - für mich ist so etwas nervtötend. Mir geht es weiter darum, Geschichten in Menschen zu entdecken."

Außerdem sei er der Dinsosaurier der Fotografie. "Mit mir ist zu rechnen", sagt er. "Ich muss allerdings, um als Fotograf überleben zu können, auch das machen, wofür mein Herz nicht schlägt. Ich fühle mich wie eine Zeitung, mit Nachrichtenteil und Werbeteil. Mit dem Werbeteil muss ich den anderen Teil finanzieren. Ich fotografiere ja auch nicht ungern in anderen Zusammenhängen, etwa für die Werbung, und kann das technisch auch. Umso mehr freue ich mich, wenn ich dann wieder eine Band, einen Schauspieler oder einen Regisseur fotografieren darf." (yr/ddp/dpa)

Die Ausstellung läuft bis zum 4. Januar 2009.