Fotografie : Mit der Kamera gegen die Mafia

Die sizilianische Fotografin Letizia Battaglia ist für ihren Kampf gegen die Mafia mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis ausgezeichnet worden.

Battaglia
Tapfer. Letizia Battaglia. -Foto: dpa

LudwigshafenDie Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) ehrte die 72 Jahre alte Künstlerin für ihr Engagement. Battaglia sei "gleichsam ein Symbol für zielstrebiges Bemühen um Gerechtigkeit und Freiheit", teilte die DGPh zur Begründung mit. "Mit ihren Fotos rüttelt sie auf, mit ihnen gibt sie der Mafia ein Gesicht." Die Kamera sei dabei ihre Waffe. Battaglia erhielt den Preis, eine Kamera mit Namensgravur, im Rahmen des 2. Fotofestivals Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg.

Battaglias Schwarz-Weiß-Fotos sind Dokumente der Mafia-Verbrechen, sie wurden oft unmittelbar nach einem Mord aufgenommen. Die Bilder aus Palermo spiegeln nach Angaben der DGPh den Teufelskreis von Armut und Verbrechen wider. Battaglia entlarve mit ihren Fotos die grausame Realität und Schändlichkeit der Kriminalität. Die Preisträgerin habe "uns in Erinnerung gebracht, wie ohrenbetäubend das Schweigen ist, das von der Kultur der Mafia geprägt ist".

Ausstellung in Ludwigshafen

Battaglia wurde für ihre Arbeit bereits mehrfach international ausgezeichnet. Die gebürtige Sizilianerin engagiert sich nicht nur als Künstlerin, sondern auch als Menschenrechts- und Umweltaktivistin, Verlegerin und Stadträtin in ihrer Heimatstadt Palermo.

Der Salomon-Preis, benannt nach einem großen Fotografen der Weimarer Republik, wird jedes Jahr für "vorbildliche Anwendung der Fotografie in der Publizistik" verliehen. Bis 21. Oktober sind rund 50 Arbeiten der diesjährigen Preisträgerin im Ludwigshafener Ernst-Bloch-Zentrum zu sehen. (mit dpa)