Der Tagesspiegel : Frachtflugzeuge nehmen Kurs auf Drewitz

Amerikanische Investoren wollen einen kleinen Flugplatz bei Cottbus zum Drehkreuz nach Osteuropa ausbauen

Claus-Dieter Steyer

Drewitz. Auf dem bislang eher unbedeutenden Regionalflugplatz Cottbus-Drewitz sollen schon bald riesige Frachtmaschinen abheben und landen. Das US-Unternehmen „Erie Aviation Inc.“ will hier ein transkontinentales Logistikzentrum aufbauen, das nach Hongkong und Dubai zu den größten Frachtflughäfen gehören soll. Wie der zuständige Landrat des Kreises Spree-Neiße, Dieter Friese (SPD), gestern mitteilte, werden die Amerikaner aus dem Bundesstaat Pennsylvania den Flugplatz am 1. Juni übernehmen. In den kommenden Jahren würden rund 35 Millionen Euro in den Ausbau von Drewitz investiert. Allerdings muss der Aufsichtsrat der Muttergesellschaft in Erie dem Vertragspaket noch zustimmen.

Künftig sollen auf dem „Erie-Drewitz-International-Airport“, wie der fast 70 Jahre alte Flugplatz künftig heißen wird, große Cargo-Maschinen von Federal Express und DHL starten und landen. Im ersten Jahr ist der Umschlag von 18000 Tonnen Fracht aus Nordamerika und Osteuropa vorgesehen, später sind bis zu 56000 Tonnen geplant. Die Kreisverwaltung Spree-Neiße rechnet in der Flugplatzgesellschaft zunächst mit rund 40 Arbeitsplätzen. Optimistische Prognosen gehen zukünftig von rund 600 neuen Jobs aus.

Der Verhandlungsführer der US-Delegation, Dan Adamus, widersprach gestern gegenüber dem Tagesspiegel Meldungen, wonach diese Arbeitsplätze ursprünglich am neuen Großflughafen Schönefeld vorgesehen waren. „Wir konzentrierten uns mit unseren Cargo-Angeboten stets auf Cottbus und sahen den neuen Airport bei Berlin stets als Ergänzung“, sagte er. Der Flughafen besitzt eine rund 2400 Meter lange Rollbahn, die nun noch um 500 Meter verlängert werden muss. Zwischen 1956 und 1990 nutzten ihn die NVA-Luftstreitkräfte. Seit April 2002 betreibt ihn eine Flughafengesellschaft, an der der Landkreis die meisten Anteile besitzt.

Landrat Friese hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder um nordamerikanisches Engagement in der Lausitz bemüht. Vor drei Jahren ließ er Bisons aus Kanada einfliegen, um eine Zucht dieser Tiere zu beginnen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben