Frankfurt : Gewalttätige Aktionen gegen NPD-Aufmarsch

Bei einer Demonstration der rechtsextremen NPD ist es in Frankfurt zu gewalttätigen Aktionen linker Gegner gekommen. Die Störer legten mehrere Brände an S-Bahnstrecken und blockierten Gleise.

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Auge in Auge: Polizist und Gegendemonstrant in Frankfurt. -Foto: dpa

Frankfurt/MainMit Brandanschlägen und Blockaden von Bahngleisen haben linke Gegendemonstranten gegen eine Rechtsextremen-Demo in Frankfurt am Main protestiert. Die Gruppen beschädigten Böschungen und Signalanlagen vor allem im Bereich des Stadions, teilte die Bundespolizei mit. Größere Blockaden von mehreren hundert Demonstranten in zwei S-Bahnhöfen wurden von Einsatzkräften der Polizei aufgelöst, dabei nahmen die Beamten nach eigenen Angaben zahlreiche Störer fest. Auch in Rostock waren - wie bereits am vergangenen Wochenende - eine Demonstration von NPD-Anhängern sowie zwei Protestzüge von Gegnern geplant.

Der S-Bahn-Verkehr in Frankfurt kam teilweise zum Erliegen. Viele Rechte wurden dadurch an der Anreise zum Versammlungsort im Stadtteil Hausen gehindert. Bis zum geplanten Beginn der NPD-Demo am Mittag waren laut Polizei erst 300 rechtsextreme Anhänger eingetroffen. Der Beginn der Veranstaltung verzögere sich dadurch auf unbestimmte Zeit. Nach Polizeiangaben befanden sich zunächst insgesamt rund 1000 Demonstranten in der Stadt. Die Rechtsextremen wollen in der Bankenmetropole gegen die Globalisierung protestieren. Rund 8000 Polizisten aus verschiedenen Bundesländern waren im Einsatz. Auf dem Römerberg setzte ein Bündnis aus Gewerkschaften, Kirchen und Parteien mit einer Gegendemonstration ein Zeichen für ein weltoffenes Frankfurt.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hatte entschieden, dass die NPD im Frankfurter Stadtteil Hausen ab 13 bis 19 Uhr demonstrieren darf. Der VGH lehnte damit den Antrag der Stadt Frankfurt ab, die Demonstration auf die Zeit vor 13 Uhr zu begrenzen. (mit AFP/dpa)