Frankfurt (Oder) : Babymord: Hohe Haftstrafen für Eltern gefordert

Nachdem die Eltern des in Frankfurt (Oder) verhungerten Babys für schuldfähig erklärt worden sind, müssen die Angeklagten nun mit hohen Haftstrafen rechnen. Das Urteil in dem Prozess wird voraussichtlich am Freitag gesprochen.

Frankfurt (Oder)Im Prozess gegen die Eltern des verhungerten Babys hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch vor dem dortigen Landgericht hohe Haftstrafen gefordert. Die 20-jährige Mutter und der 21-jährige Vater haben sich nach Auffassung des Anklägers des gemeinschaftlichen Mordes durch Unterlassen in Tateinheit mit der Misshandlung von Schutzbefohlenen schuldig gemacht.

Für die Mutter beantragte Staatsanwalt Christoph Schüler eine Jugendstrafe von siebeneinhalb Jahren, weil sie "grausam und aus niederen Beweggründen" gehandelt habe. Für den Vater forderte er eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren und sechs Monaten. Der Mann habe ebenfalls aus niederen Beweggründen und zur Verdeckung einer Straftat gehandelt. Als strafmildernd bewertete der Staatsanwalt, dass es kein "aktives Tun" gegeben habe.

Faulheit und Desinteresse

Die Eltern sollen ihrem am 24. August 2007 geborenen Sohn aus Faulheit und Desinteresse immer weniger zu essen gegeben haben, so dass der Junge verhungerte und verdurstete. Der Notarzt konnte am 13. Februar nur noch den Tod des knapp sechs Monate alten Babys feststellen. Die Eltern sitzen seit Februar in Untersuchungshaft.

Der Staatsanwalt betrachtet als Tatzeitpunkt die Spanne zwischen Weihnachten 2007 und dem Tod des Säuglings. Somit habe der Todeskampf des Babys sieben Wochen gedauert. Er erinnerte an die Ausführungen des Rechtsmediziners, der den Tod des Babys als qualvoll bezeichnet hatte. Das Kind habe bis wenige Tage vor seinem Tod unsägliche Schmerzen erlitten. Vor dem Landgericht sollte am Mittwoch auch das Plädoyer der Verteidigung gehört werden. Das Urteil in dem Prozess wird voraussichtlich am Freitag gesprochen. (pb/ddp)

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