Der Tagesspiegel : Frankfurt und Slubice: Alles in Slubfurt

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Diesen Namen findet man auf keiner Landkarte: Slubfurt. Er ist ein Kunstwort aus Slubice und Frankfurt, links und rechts der Oder. Also symbolträchtig und stellvertretend für den "Versuch, die unterschiedlichen Orte als einen Stadtraum zu begreifen", wie Erfinder und Künstler Michael Kurzwelly aus Frankfurt sagt.

Er gründete unlängst mit 40 Gleichgesinnten den Verein Slubfurt, der für mehr Miteinander in den beiden Stadthälften streitet. Unter anderem mit dem "Offstyle Music Festival", das heute und morgen stattfindet. Ab 19 Uhr spielen Folklore-Musiker, für ein Festmahl haben Gastronomen und Asylbewerber gemeinsam die Löffel geschwungen, bis Sonnenaufgang soll am Hafen getanzt werden und außerdem kann man Boule spielen. Das ist zwar ein Spiel aus Frankreich, erzeugt dort aber eben die Geselligkeit, die man sich für "Slubfurt" wünscht. Und außerdem hat die Eko Stahl, die einem französischen Konzern gehört, 30 Kugeln gestiftet. Damit auch darüber hinaus viele "Grenzen im Kopf" fallen, woran den Veranstaltern liegt, kann außerdem an beiden Festtagen auf beiden Oderseiten mit beiden Währungen bezahlt werden - "ein großer Test", wie Kurzwelly sagt. Von deutsch-polnischen Unternehmensberatern seien 30 Arbeitslose, die beide Sprachen sprechen, mit Unterstützung des Arbeitsamts für diesen Einsatz vorbereitet worden. "Falls das Experiment gelingt, machen wir weiter."

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