Der Tagesspiegel : Frau ertränkte Neugeborenes: Vier Jahre Haft

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Potsdam Im Prozess um den Tod eines neugeborenen Kindes ist die 33-jährige Mutter am Dienstag vom Potsdamer Landgericht zu vier Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Die Richter sahen den Vorwurf des Totschlags als erwiesen an. Die Frau soll ihr viertes Kind, ein kleines Mädchen, unmittelbar nach der Geburt im August 2003 in den Beetzsee bei Brandenburg/Havel geworfen haben. Eine DNA-Analyse hatte die Polizei Mitte September zu der Mutter geführt.

Richter Frank Tiemann nannte die Strafe hart, aber für die Tötung eines Neugeborenen angemessen. Das Gericht hatte sich in der Verhandlung intensiv mit dem Lebensweg der Angeklagten beschäftigt: Die Frau litt zunächst unter ihrer dominanten Mutter und war als Heranwachsende sexuellen Übergriffen des Stiefvaters ausgesetzt, was sie zu einem Selbstmordversuch trieb. Mit dem derzeitigen Lebenspartner gab es viel Streit. Nachdem die Frau schon zwei Töchter in diese Partnerschaft mitgebracht hatte und ein Kind in der neuen Beziehung geboren wurde, drohte der Partner, im Falle einer weiteren Schwangerschaft die Familie zu verlassen. Aus Angst davor hatte die Frau ihre Schwangerschaft verheimlicht. dpa

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