Frauen-Nationalmannschaft : 11:0-Schützenfest zum WM-Auftakt

Die deutschen Fußball-Damen sind mit einem Paukenschlag in die WM gestartet. In der Partie gegen den Südamerika-Meister Argentinien hagelte es elf Tore. Die Südamerikanerinnen konnte der DFB-Elf in keiner Phase gefährlich werden.

DFB-Frauen
Deutschlands Fußball-Frauen deklassierten Argentinien zum Auftakt der WM in China. -Foto: dpa

ShanghaiDie deutschen Fußball-Frauen haben auf dem Weg zur angepeilten Titelverteidigung bei der 5. Weltmeisterschaft in China mit einem Rekordsieg einen Traumstart erwischt. Im mit 29.000 Zuschauern ausverkauften Hongkou-Stadion von Shanghai ließ der Welt- und Europameister im WM-Eröffnungsspiel Argenitinien beim 11:0 (5:0) nicht den Hauch einer Chance und sendete mit dem höchsten Sieg der WM-Geschichte ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz.

Nach dem Eigentor (12.) von Argentiniens Torfrau Vanina Correa, die eine Ecke von Melanie Behringer ins Netz lenkte, schraubten Kerstin Garefrekes (17.), Melanie Behringer (24.) sowie Birgit Prinz (29./45.+1) das Ergebnis schon vor der Pause in die Höhe. Nach dem Wechsel ging das muntere Toreschießen weiter. Renate Lingor (51.), erneut Prinz (59.) sowie drei Mal Sandra Smisek (57./70./79.) machten den Kantersieg perfekt. Der bedauernswerten Torfrau Correa unterlief in letzter Minute beim 0:11 ihr zweites Eigentor in ähnlicher Form wie beim 0:1. Mit einem Erfolg im zweiten Vorrundenspiel der Gruppe A kann Deutschland am Freitag gegen England schon den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale sichern.

Schock für die Konkurrenz

"11:0 - bei diesem Ergebnis darf man wirklich nicht meckern", befand die dreifache Torschützin Prinz, "es war gut, dass jede getroffen hat, jede ihr Erfolgserlebnis hatte." Trainerin Silvia Neid sagte: "Mit diesem Ergebnis haben wir die Gegner etwas geschockt, aber wir dürfen das nicht überbewerten."

Nach nervösem Beginn fand die deutsche Mannschaft überraschend schnell ins Spiel. Allerdings standen der DFB-Elf, die mit derselben Formation begann wie vor knapp drei Wochen beim 7:0 im EM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz, beim 1:0 (12.) zunächst das Glück und die schwache argentinische Torfrau zur Seite. Vanina Correa unterschätze eine Ecke der Melanie Behringer und lenkte den Ball zur deutschen Führung ins eigene Netz. Die Führung war für den Welt- und Europameister die Initialzündung. Trotz der harten und aggressiven Gangart der Südamerikanerinnen lief das Spiel nun flüssig.

Überforderte Argentinierinnen

So ließ das 2:0 nur fünf Minuten auf sich warten. Einen präzisen 30-Meter-Diagonalpass von Kerstin Stegemann versenkte Garefrekes volley im Netz. Kurze Zeit später konnten die rund 1000 deutschen Fans schon wieder jubeln. Spielführerin Prinz wuchtete eine Maßflanke von Garefrekes per Kopf an der chancenlosen Correa vorbei zum 4:0. Nun brachen die überforderten Argentinierinnen völlig auseinander. Praktisch jeder deutsche Schuss war ein Treffer.

Nach weiteren Toren von Lingor und Smisek traf die überragende Spielführerin Prinz zum dritten Mal. Mit nunmehr zwölf WM-Treffern löste die 29-Jährige an der Spitze der besten deutschen WM-Schützinnen Bettina Wiegmann (11) ab. "Oh, wie ist das schön", hallte es von den Rängen. Und das Team wurde mit "Deutschland, Deutschland", Rufen oder "Einer geht noch, einer geht noch rein" auch nach dem 8:0 noch nach vorn gepeitscht. Mit zwei weiteren Toren stellte Smisek (70./79.) den 10:0-Endstand her, den auch DFB-Präsident Theo Zwanziger und Franz Beckenbauer auf der Tribüne nicht erwartet hatten. (mit dpa)