Frauen-Nationalmannschaft : Schlusspunkt eines grandiosen WM-Jahres

Die DFB-Elf der Frauen hat zum Abschluss der Saison ihr EM-Qualifikationsspiel in den Niederlanden gewonnen. Die sichtlich strapazierten Spielerinnen benötigten dabei auch eine Portion Glück.

Ulli Brünger[dpa]

VolendamDie deutschen Fußball-Weltmeisterinnen haben ihr grandioses Jahr mit einem mühsam erkämpften Erfolg abgeschlossen. Zwei Tage nach der Vergabe der Frauen-WM 2011 nach Deutschland und einen Monat nach dem Titelgewinn in China gelang der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Donnerstagabend im niederländischen Volendam dank des Siegtreffers von Annike Krahn (36.) lediglich ein glücklicher 1:0 (1:0)-Arbeitssieg in der EM-Qualifikation. "Wir haben uns nicht mit Ruhm bekleckert. Wir sind alle total müde vom Kopf her", sagte Torhüterin Nadine Angerer.

Im letzten Länderspiel des Jahres merkte man der Elf von Trainerin Silvia Neid die Strapazen der vergangenen Monate in jeder Phase des Spiels enorm an. "Es war ein tolles Jahr. Die EM-Qualifikation haben wir so gut wie geschafft", zog die Bundestrainerin trotzdem ein positives Fazit. Sandra Minnert beendete in der 87. Minute nach 146 Einsätzen ihre internationale Karriere. "Ich habe tolle Jahre in der Nationalmannschaft gehabt. Von daher war es ein berauschendes und trauriges Gefühl", meinte sie.

Der Weltmeister führt mit dem fünften Sieg im fünften Qualifikationsspiel zur EM in Finnland 2009 die Gruppe 4 mit 15 Punkten als Spitzenreiter unangefochten vor der Schweiz (7 Punkte) und den Niederlanden (4) an. Die nächste Partie in der EM-Ausscheidung bestreiten die deutschen Damen erst am 7. Mai 2008 in Belgien.

Stumpfer Platz, schlechter Beginn

Es begann nicht gut für das Weltmeisterteam auf dem ungewohnten und sehr stumpfen Kunstrasenplatz vor rund 3000 Zuschauern im Stadion des niederländischen Zweitligisten FC Volendam. Schon nach neun Minuten musste Kerstin Stegemann verletzt vom Feld. Sie zog sich nach erster Diagnose eine Außenbandverletzung im Sprunggelenk zu. Für die erfahrene Rechtsverteidigerin von Bundesliga-Aufsteiger SG Wattenscheid 09 kam die Potsdamerin Babett Peter in das Team, das gegenüber dem 3:0 gegen Belgien am vergangenen Sonntag nur auf einer Position verändert begonnen hatte. Für Martina Müller durfte Anja Mittag neben Birgit Prinz stürmen. Beide Angreiferinnen kamen aber überhaupt nicht zum Zug.

Der haushohe Favorit, der das Hinspiel in Bochum-Wattenscheid im April mit 5:1 klar gewonnen hatte, fand vor allem zu Beginn überhaupt nicht zum gewohnten, schnellen Kombinationsspiel. So war es kein Wunder, dass die Frauen-Elf zunächst sogar die besseren Chancen hatte. Eine Hereingabe von Manon Melis (13.) verpasste die einzige echte Spitze, Karin Stevens, in der Mitte nur knapp. Bei einem Distanzschuss der agilen Karin Legemate war DFB-Torfrau Nadine Angerer, die auch im achten Spiel in Serie ohne Gegentor blieb, auf dem Posten.

Sicherheit durch den Führung

Erst nach dem Führungstreffer von Innenverteidigerin Annike Krahn (36.), die nach einer Freistoßflanke von Melanie Behringer per Kopf ihr zweites Länderspieltor erzielte, lief das deutsche Offensiv-Spiel etwas besser. Minnert hätte ihr letzten Länderspiel mit Sandra Minnert (40.) beinahe mit einem Freistoßtor gekrönt. Zehn Minuten nach dem Wechsel hatte die Niederlande durch Sylvia Smit (62.) eine große Möglichkeit zum Ausgleich, doch ihr Schrägschuss aus zehn Metern ging nur ans Außennetz. Ein Weitschuss von Manon Melis verfehlte drei Minuten später ebenfalls nur knapp das Tor von Angerer. Ohne zu glänzen und viel zu investieren, bemühte sich die DFB-Elf zwar um den zweiten Treffer, aber am Ende waren alle müde - und froh, den 13. Sieg im 21. Länderspiel des anstrengenden Jahres gegen die im Abschluss harmlosen Holländerinnen über die Zeit zu retten.