Freigelassen : Wisente erobern die Döberitzer Heide

Das größte Artenschutzprojekt für Wisente in Westeuropa soll auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Döberitzer Heide entstehen. Die ersten Tiere wurden jetzt in ihre neue Heimat entlassen.

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Viel Auslauf bekommen diese Wisente jetzt. -Foto: dpa

ElstalIn der Naturlandschaft Döberitzer Heide können sich seit Donnerstag erstmals vier Wisent-Bullen frei bewegen. Die Tiere lebten ursprünglich im Schaugehege und sollen künftig zur Erhaltung der offenen und halboffenen Flächen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz beitragen, sagte ein Sprecher der Heinz Sielmann Stiftung. Die Nahrungsaufnahme der seltenen Urwildrinder verhindert die natürliche Wiederbewaldung in der Wildniskernzone. Mit einem begleitenden Zuchtprogramm soll auch zum Fortbestehen der Art beigetragen werden.

Zusammentreffen mit Wildpferden und Rotwild

Die bis zu 1000 Kilogramm schweren Tiere wurden den Angaben zufolge zunächst in einem 50 Hektar großen Areal angesiedelt, damit sie sich an die neue Umgebung gewöhnen konnten. In der rund 2500 Hektar großen Wildniszone sollen sie später mit anderen Pflanzenfressern wie Wildpferden und Rotwild zusammengeführt werden. Dadurch entsteht nach Angaben der Stiftung das größte Artenschutzprojekt für Wisente in Westeuropa. Das Gebiet sei von einem rund 22 Kilometer langen Elektrozaun umgeben, der heimisches Wild jedoch nicht am Durchlauf hindere.

Die Heinz Sielmann Stiftung hat die Döberitzer Heide im Jahr 2004 vom Land Brandenburg erworben. Der Erhalt der vielfältigen Biotoptypen war nach Stiftungsangaben ein Hauptkriterium für den Erwerb des Gebietes. Die Naturlandschaft umfasst rund 3500 Hektar. Besucher können künftig das Naturschutzgebiet über einen Rundweg beobachten. (ut/ddp)

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