Der Tagesspiegel : "Freistaat Briesensee": Streit um das Abwasser

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Die steigenden Abwassergebühren in Brandenburg sind ein Dauerbrenner: Und Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) wusste schon, warum er bei der Regierungsbildung die Zuständigkeit für das unpopuläre Thema lieber SPD-Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) übertragen ließ. Einige Jahre zuvor hatte schon einmal der seinerzeitige Umweltminister Matthias Platzeck den damaligen Innenminister Alwin Ziel in den sauren Apfel beißen lassen. Es war allerdings Platzecks Umweltministerium, das in den ersten Nachwendejahren lange den Bau teilweise überdimensionierter Großklärwerke präferiert und mit immensen Millionenbeträgen gefördert hatte. So wurden kilometerlange Rohrleitungen durch die märkische Prärie gelegt. Man hoffte damals auf rasanten Zuzug. Und prompt saßen die Zweckverbände in der Schuldenfalle, in die sie ihre Träger-Kommunen automatisch hineinzogen. Vor einigen Jahren machte Götz als erstes "Abwasser-Pleitedorf" Schlagzeilen. Jeder dritte der rund 80 Zweckverbände im Land kann nicht aus eigener Kraft saniert werden. Inzwischen ist deren Konsolidierung zwar in Ansätzen eingeläutet. Eine schnelle Lösung des Abwasserproblems ist indes nicht in Sicht.

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