Führungswechsel : Blessing wird neuer Commerzbank-Chef

Martin Blessing wird neuer Vorstandsvorsitzender der Commerzbank. Die Finanzmarktkrise belastete die Bank stärker als bisher bekannt - das Quartalsergebnis bleibt hinter den Erwartungen zurück.

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Commerzbank-Chef Martin Blessing. -Foto: AFP

Frankfurt/MainDer derzeitige Firmenkundenchef wird nach der Hauptversammlung am 15. Mai 2008 Klaus-Peter Müller ablösen, wie die Commerzbank nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte. Müller wechselt in den Aufsichtsrat der zweitgrößten deutschen Bank.

Der 44-jährige Blessing gehört seit November 2001 dem Vorstand der Commerzbank an und ist derzeit für das Mittelstandsgeschäft zuständig. Er war seit Monaten als Favorit für die Müller-Nachfolge gehandelt worden.

Grund für den vorzeitigen Wechsel Müllers - der 63-Jährige hat einen Vertrag als Vorstandschef bis zur Hauptversammlung 2010 - ist der altersbedingte Rückzug von Aufsichtsratschef Martin Kohlhaussen. Kohlhaussen wurde heute 72 Jahre alt und erreichte damit die bei der Commerzbank intern geltende Altersgrenze. Er räumt daher seinen Posten bei der Hauptversammlung 2008.

Höhere Belastung aus Finanzmarktkrise

Die US-Immobilienkrise belastete die Commerzbank im dritten Quartal deutlich stärker als erwartet und drückte die Ergebnisse unter die Markterwartungen. Insgesamt musste die Bank in dem von der Finanzmarktkrise geprägten Quartal 291 Millionen Euro auf das amerikanische Subprime-Wertpapierportfolio abschreiben, wie die Bank mitteilte. Ursprünglich hatte das Institut Belastungen auf gleichem Niveau wie im zweiten Quartal - also etwa 46 Millionen Euro - prognostiziert. Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller hatte aber bereits angedeutet, dass sie höher ausfallen könnten.

Unter dem Strich verdiente die Bank dank steuerlicher Verlustvorträge mit 339 Millionen Euro rund 56 Prozent mehr als in dem durch eine hohe Risikovorsorge belasteten Vorjahresquartal. Analysten hatten allerdings im Schnitt mit 476 Millionen Euro gerechnet. Die Ziele für das laufende Jahr bekräftigte die Commerzbank. Demnach soll die bereinigte Eigenkapitalrendite nach Steuern auf mehr als zwölf Prozent steigen. (mit dpa)