Der Tagesspiegel : Für den Osten, Frieden und Gerechtigkeit

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Die PDS-Strategen haben es erkannt: Da der Wiedereinzug der Partei in den Bundestag alles andere als sicher ist, könnte der Brandenburger Landesverband eine Schlüsselrolle spielen. Deshalb hat sich die märkische PDS auch ein besonders ehrgeiziges Ziel gesteckt: Das Ergebnis von 1998 soll um fünf Prozent auf 25 Prozent gesteigert werden. Dafür müsste sie ihr gesamtes Wählerpotenzial aktivieren: Nach dem jüngsten Politbarometer, das allerdings auf Landtagswahlen bezogen ist, liegt die Partei derzeit bei 25 Prozent. Inhaltlich will sich die PDS als „Friedenspartei“, als Vertreterin von Ost-Interessen und sozialer Gerechtigkeit präsentieren. Hier, so eine bundesweite Umfrage, wird der PDS besondere Kompetenz bescheinigt – während sie in der Wirtschaftskompetenz weit abgeschlagen hinter CDU und SPD liegt. In Brandenburg strebt Parteichef Ralf Christoffers in diesem wichtigen Feld deshalb seit längerem ein modernes PDS-Image an. Auch geht der Landesverband beim Bundestagswahlkampf mit dem Wirtschaftsexperten Rolf Kutzmutz als Spitzenkandidat ins Rennen. Mit Kutzmutz in der Landeshauptstadt und dem parteilosen Amtsrichter Andreas Müller in Strausberg will die Brandenburger PDS nach mehreren vergeblichen Anläufen zudem erstmals Direktmandate gewinnen. Die PDS, so der Hintergedanke, könnte in beiden Wahlkreisen zum lachenden Dritten werden – wenn die im Aufwind befindliche Union der SPD genügend Stimmen abnimmt. thm

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