Fusion : AOK: Fit für die Zukunft

AOK hat ihre Landesverbände fusioniert Die Zentrale Berlin-Brandenburg ist in Potsdam.

Alexander Fröhlich

Potsdam/Berlin - Die Fusion der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) Berlin und Brandenburg zum Jahresbeginn 2010 steht. Dann wird sie die mit Abstand größte Kasse in der Hauptstadtregion und gehört fortan zu den Top 15 in Deutschland. Für die mehr als 1,3 Millionen Versicherten – davon 715 000 in Berlin und 610 000 in Brandenburg – soll sich kaum etwas ändern, versprochen werden sogar bessere Leistungen. Die 52 Beratungsstandorte in Berlin und 20 in Brandenburg bleiben erhalten, der Beitragssatz von 14,9 Prozent soll auch im nächsten Jahr stabil bleiben.

In Potsdam überreichten gestern Brandenburgs Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD), ihre Berliner Amtskollegin Katrin Lompscher und Sozialsenatorin Heide Knake-Werner (beide Linke) die Genehmigungsbescheide für die Fusion der beiden AOK-Landesverbände. Künftiger Sitz der Krankenkasse ist Potsdam, die Pflegekasse wird ihre Zentrale in Berlin haben.

Gesundheitssenatorin Lompscher sprach von einem historischen Tag. Denn besondere Angebote und Vorsorgeprogramme, die es bisher nur in einem der beiden Bundesländer gab, sollen mit der Fusion für alle AOK-Versicherten in der Region gelten. „Das Beste aus beiden Kassen für alle Versicherten“, verspricht der AOK-Vorstandsvorsitzende Frank Michalak. In den kommenden Monaten sollen die Angebote aufeinander abgestimmt werden. So dürfen Kinder in Berlin von dem „Junior“-Angebot der Brandenburger AOK profitieren, dabei übernimmt die Kasse Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen oder kostenlose Zusatzleistungen, die es in Berlin bisher nicht gibt. Bei der Kasse versicherte Pflegebedürftige oder Herzkranke aus Brandenburg können sich auf bessere Programme aus Berlin einstellen. In Rüdersdorf (Märkisch Oderland) soll etwa ein Pflege-Modell eingeführt werden, das in Berlin bereits Erfolg hat. Ärzte werden dabei per Vertrag an Pflegestationen gebunden, Kosten gesenkt.

Auch für chronisch Kranke, Diabetiker und bei seltenen Krankheiten verspricht Michalak bessere Angebote. Zudem habe die Kasse in Verhandlungen mit Ärzten und Krankenhäusern nun eine stärkere Verhandlungsposition. Die AOK sieht die fusionierten Landesverbände nun auf Wachstumskurs: „In den letzten Monaten hatten wir 30 000 neue Versicherte.“ Mit 4200 Mitarbeitern sei die AOK „einer der größten Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe“ in der Region. Fusionsbedingte Kündigungen in der Belegschaft schloss Felder aus. Die Rechtsaufsicht über die neue AOK hat das Potsdamer Gesundheitsministerium inne. Es hat mit dem Berliner Senat gestern eine weitere Vereinbarung geschlossen – beide Landesregierungen wollen sich stets auf dem Laufenden halten. Alexander Fröhlich

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