Fußball : Blatter will Simulanten bestrafen

Fifa-Präsident Joseph Blatter will Schauspielerei auf dem Fußballplatz energischer bekämpfen. Verletzte Spieler, die sich auf oder abseits des Rasens behandeln lassen, sollen künftig erst nach fünf Minuten wieder das Spielfeld betreten dürfen.

Joseph Blatter Foto: AFP
Will hart durchgreifen: Fifa-Präsident Joseph Blatter. -Foto: AFP

JakartaFifa-Präsident Joseph Blatter will Schauspielerei auf dem Fußballplatz energischer bekämpfen. Verletzte Spieler, die sich auf oder abseits des Rasens behandeln lassen, sollen nach dem Willen des Schweizers künftig erst nach fünf Minuten wieder das Spielfeld betreten dürfen. So sollen Profis davon abgehalten werden, Blessuren vorzutäuschen. "Der Ausschluss für fünf Minuten könnte eine gute Lösung sein. Allerdings bräuchte man Zeitnehmer auf den Ersatzbänken", sagte der Weltverbands-Chef am Rande des Asien Cups in Jakarta. Im kommenden Frühjahr werde das für Regelfragen zuständige Fifa-Board sich mit dieser Frage beschäftigen. "Es muss etwas getan werden", sagte Blatter.

In Indonesien schob Blatter auch die Diskussion um die Rotation der WM-Gastgeberrolle erneut an. Im Gegensatz zu früheren Aussagen sprach sich der 71-Jährige nun wieder für eine Fortführung der Rotation aus und widersprach damit auch Franz Beckenbauer, der sich in England gerade für deren Beendigung ausgesprochen hatte.

Beckenbauer: Nur England WM-Kandidat für 2018

Zumindest habe Europa keinen automatischen Anspruch auf die Ausrichtung der WM 2018, betonte Blatter. "Europa denkt, es sei privilegiert und sollte jede dritte WM haben, sogar in einem Rotationsprinzip. Aber warum? Es gibt keine schriftliche Regel, dass dem so sein muss. Andere Konföderationen haben bewiesen, dass sie eine WM ausrichten können." Beckenbauer sagte dem britischen Rundfunksender BBC: "Es gibt nur einen ernsthaften Kandidaten und das ist England. Es sollte kein Problem sein, einen Gastgeber für 2018 zu finden", so das Fifa-Exekutivmitglied.

Nach der WM 2010 in Südafrika waren für die Vergabe der WM 2014 nur Bewerbungen aus Südamerika zugelassen worden. Brasilien ist einziger Bewerber und dürfte bei der Fifa-Exekutivsitzung in Zürich am 30. Oktober den Zuschlag erhalten. Sollte die Fifa ihr Rotations-System beibehalten, wäre für 2018 Nord- und Mittelamerika an der Reihe, 2022 Asien und Ozeanien und Europa erst wieder im Jahr 2026. England hat jedoch bereits Interesse an der WM 2018 bekundet. Zuletzt hatte auch Blatter geäußert, man müsse das Rotationsprinzip überdenken. (mit dpa)