Fußball-Doping : "In Duisburg musste man nur zum Masseur gehen"

Der erste Ex-Profi hat Doping mit Captagon zugegeben. Zudem berichtet der ehemalige Mannschaftsarzt des FC St. Pauli, mindestens einen gedopten Spieler betreut zu haben.

HamburgDer frühere Bundesliga-Profi Günter Schlipper hat die Einnahme verbotener Stimulanzien während seiner Fußball-Karriere zugegeben. "Als Spieler beim MSV Duisburg habe ich das ein oder zwei Mal ausprobiert", sagte Schlipper dem "Hamburger Abendblatt". Captagon habe damals unter den Spielern die Runde gemacht. "In Duisburg musste man nur zum Masseur gehen", erzählte Schlipper, der unter Trainer Peter Neururer Ende der 80er Jahre auch für den FC Schalke 04 gespielt hatte.

Auch in Hamburg soll es in den 80er Jahren zu Dopingverstößen im Fußball gekommen sein, wie der damalige Mannschaftsarzt des FC St. Pauli, Peter Benckendorff, dem Blatt bestätigte. "Ein Spieler ist damals vor einem Spiel auf mich zugekommen und hat gefragt: Doc, gibst du mir mal eine Capi?", erinnerte sich Benckendorff. Er habe dem Spieler gesagt, dass er Captagon nicht habe und auch nicht verabreiche. Daraufhin habe sich der Kicker mit den Worten beschwert: "Muss ich denn immer zu meinem Ex-Club fahren, um Captagon zu bekommen?" (mit dpa)