Fußball im TV : Hertha kritisiert Kirch-Deal

Der Geschäftsführer von Hertha BSC Ingo Schiller bemängelt den Verkauf der TV-Vermarktungsrechte an den Unternehmer Leo Kirch. Hertha habe bei der Abstimmung über das Geschäft lediglich nicht dagegen gestimmt, weil die Informationen über den Deal zu kurzfristig vorlagen.

BerlinAuch bei Hertha BSC gibt es Kritik an der Entscheidung der Deutschen Fußball-Liga (DFL), die Bundesliga- Fernsehrechte von Medienunternehmer Leo Kirch und dessen neugegründeter Firma Sirius als Zwischenhändler vermarkten zu lassen. Bei der Abstimmung am Dienstag hatte der Hamburger SV das Vermarktungsgeschäft als einziger der 36 Proficlubs abgelehnt, die Berliner enthielten sich.

"Wir sahen uns außerstande, wegen der Kurzfristigkeit der Informationen und der wirtschaftlichen Bedeutung eine Zustimmung zu erteilen", sagte Geschäftsführer Ingo Schiller der "Berliner Morgenpost". Auch der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann kritisierte erneut die Eile des Beschlusses und stellte das Agentur-Modell infrage.

Bei Hertha BSC gibt es offenbar Verwunderung darüber, dass die Rechte nicht ausgeschrieben wurden. "Es ist zu hinterfragen, ob die Kirch-Agentur die einzige ist, die die Vermarktung der Fernsehrechte übernehmen kann", erklärte Schiller. Die DFL erhält für die Jahre 2009 bis 2015 insgesamt drei Milliarden Euro von Kirchs Agentur. (mit dpa)