Fußball-Kontaktanzeigen : Fußballer, talentiert, jung sucht...

Junge Fußballspieler, die keine Kontakte zu großen Vereinen haben, müssen zukünftig trotzdem nicht auf ihren Traum vom Profifußball verzichten. Auf einer Internet-Plattform können sie sich per Video vorstellen. Mit ein bisschen Glück klopft dann ein Trainer an die Tür.

Frankfurt(Main/BerlinWechselwillige Fußballtalente und Trainer auf Spielersuche können sich künftig auf einer neuen Internetplattform finden. "Viele Amateurfußballer und Jugendliche haben nicht die Kontakte, um hochzukommen", sagte einer der Geschäftsführer von "coojooxi - Online Social Networks", Lutz Wolf. Sie sollen sich künftig mit einem Videoclip und Angaben zu ihrem Können auf www.coojooxi.com präsentieren können. Die Plattform richtet sich an alle Spielerinnen und Spieler von der Jugend bis zu den Senioren, von der Hobby- bis zur Profiliga.

"Ich bin noch den traditionellen Weg gegangen und habe Glück gehabt", sagte der ehemalige Europameister und Hertha-Spieler Fredi Bobic, der die Plattform bewirbt. Dieses Glück hätten aber längst nicht alle Talente. Dass Bedarf für eine unauffällige Kontaktvermittlung besteht, zeigt laut Geschäftsführer Axel Siebenkittel auch die Resonanz in der sechswöchigen Testphase, in der sich bereits mehr als 1700 Spieler und Trainer registriert hätten.

"Unser Markt ist ziemlich groß", betonte Siebenkittel. 6,5 Millionen Menschen hätten in Deutschland einen Spielerpass, jedes Jahr würden 1,7 Millionen Fußballer den Verein wechseln. "Unser Ziel ist es, bis zum Jahresende 10.000 bis 20.000 Nutzer zu haben", sagte Siebenkittel. Finanzieren soll sich die Seite über Werbung und später auch über geringe Gebühren für das Einstellen der Videoclips und Sonderleistungen.

"Coojooxi hat nicht den Anspruch, dass per Mausklick und Videosequenzen der Spieler sofort unter Vertrag genommen wird", erklärte Wolf. Stattdessen sollten den Trainern die Vorauswahl und die Kontaktaufnahme erleichtert werden, die Spieler könnten interessante Mannschaften direkt ansprechen. "Am Ende der Saison, wenn der eine oder andere Spieler wegen zehn Euro mehr zu einem anderen Verein gewechselt ist, war es immer ein Problem, einen neuen Spieler zu bekommen", schilderte Ex-Bundesligaspieler Axel Kruse das grundlegende Dilemma. Dabei gebe es viele junge Talente, die nur nicht die nötigen Kontakte hätten, um zum nächsten Verein zu kommen. Dies soll sich nun ändern. (mit dpa)