Der Tagesspiegel : Fußball-Länderspiel nun doch in Cottbus

Verband einigt sich mit Schönbohm. Polen-Deutschland im November

Sandra Dassler

Cottbus. Das Länderspiel der Unter-21-Jährigen zwischen Deutschland und Polen wird nun doch in Cottbus ausgetragen. Es findet am 16. November dieses Jahres statt. In einer gemeinsamen Stellungnahme des Deutschen Fußballbundes (DFB) und des brandenburgischen Innenministeriums heißt es: „In der Frage des U-21 Länderspiels in Cottbus hat ein Gespräch zwischen Herrn Minister Schönbohm und dem Präsidenten des DFB, Herrn Mayer-Vorfelder, stattgefunden . . . Die vom DFB in Abstimmung mit den zuständigen Gremien erhobenen Sicherheitsbedenken konnten ausgeräumt werden.“

Der DFB hatte Cottbus als Austragungsort für das Nachwuchsländerspiel zunächst abgelehnt, weil er „vor allem aufgrund der Grenznähe“ Auseinandersetzungen zwischen gewalttätigen Hooligans aus Deutschland und Polen befürchtete. Beim Länderspiel zwischen Deutschland und Polen 1996 in Zabrze unweit von Auschwitz hatten deutsche Chaoten antisemitische und rassistische Parolen gebrüllt und nach dem Uefa-Cup-Spiel von Schalke 04 gegen Legia Warschau im Jahr 2002 war es zu Schlägereien rivalisierender Hooligans gekommen. Sicherheitsbeauftragte des DFB schätzen die Hooligan-Szene in Polen als besonders gewalttätig ein.

Die Cottbuser Oberbürgermeisterin hatte gegen den DFB-Beschluss ebenso protestiert wie der brandenburgische Innenminister, der vor allem kritisierte, dass nicht „einmal eine Konsultation mit meinen Sicherheitsbehörden stattgefunden hat.“ Schönbohm sagte gestern dem Tagesspiegel: „Ich freue mich, dass der DFB nun die richtige Entscheidung getroffen hat. Es ist klar, dass wir für dieses Spiel eine besondere Verantwortung tragen. Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt keine Erkenntnisse über geplante Krawalle. Wir werden gemeinsam mit unseren künftigen EU-Partnern aus Polen und dem Bundesgrenzschutz dafür sorgen, dass am 16. November 2004 ein friedliches Länderspiel in Cottbus stattfindet.“

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