Fußball-Nationalmannschaft : Trauriges 0:0 gegen Wales

Mit Magerkost hat sich die deutsche Nationalmannschaft für dieses Jahr verabschiedet. Gegen Wales reichte es nur zu einem 0:0. Erfreulicher Nebeneffekt: Durch den zweiten Platz in Gruppe D werden die Deutschen eine eher leichte Gruppe bei der EM bekommen.

Jens Mende,Klaus Bergmann
Nationalmannschaft Metzelder
Harter Kampf: Defensive Waliser ließen gegen Deutschland keinen Treffer zu. Christoph Metzelder (r.) im Zweikampf mit Simon...Foto: dpa

Frankfurt/MainNach einer enttäuschenden Nullnummer gegen Wales hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die Qualifikation zur Europameisterschaft als Tabellen-Zweiter hinter Tschechien beendet. Das einzig vermeintlich Positive zum Abschluss des Länderspiel-Jahres in Frankfurt war, dass das Team von Bundestrainer Joachim Löw durch das 0:0 die Einteilung in den gefürchteten Topf 1 bei der EM-Gruppenauslosung am 2. Dezember in Luzern vermied. Vor 49.262 Zuschauern konnte die deutsche Mannschaft zu keiner Phase an die schwungvolle Vorstellung beim 4:0 gegen Zypern anknüpfen. Nach der überraschenden 1:2-Niederlage der Niederländer in Weißrussland hätte ein deutscher Sieg die DFB-Elf gemeinsam mit den EM-Ausrichtern Österreich und Schweiz sowie Titelverteidiger Griechenland unter die gesetzten Teams befördert, denen beim Turnier im Juni 2008 ganz schwere Vorrundenaufgaben bevorstehen.

Viel Wille, wenig Chancen

Obwohl vor Spielbeginn die Kunde vom tschechischen 2:0-Sieg auf Zypern eintraf, der die Chance auf den Gruppensieg zunichte machte, versuchte die deutsche Mannschaft zum Qualifikations-Abschluss noch einmal Gas zu geben. Gegen die extrem defensiv eingestellten und mit einer Fünfer-Abwehrkette operierenden Waliser fiel es der Löw-Elf allerdings sichtlich schwer, Druck aufzubauen und Räume für ihr Kombinationsspiel zu finden. So hatten herausgespielte Chancen Seltenheitswert. Lukas Podolski war im linken Mittelfeld längst nicht so wirkungsvoll wie bei seiner Gala gegen die Zyprer. Der Münchner suchte zwar immer wieder selbst den Abschluss, konnte aber im Aufbau keine entscheidenden Akzente setzen. Für mehr Wirbel auf der rechten Seite sorgte Clemens Fritz, der mutig und entschlossen in die Zweikämpfe ging.

Zu den Aktivposten des Teams zählte auch der erstmals seit August 2006 wieder in der Startelf stehende Tim Borowski, der unter anderem mit einem Pfostenschuss Pech hatte. Als Unsicherheitsfaktor in der Abwehr erwies sich dagegen Gonzalo Castro. Während sich sein Pendant Philipp Lahm auf der linken Seite immer wieder ins Angriffsspiel einschaltete, wirkte der Leverkusener in seinem ersten Länderspiel von Beginn an nervös und wurde nach knapp einer Stunde durch Roberto Hilbert ersetzt. Vom deutschen Angriff war nicht viel zu sehen: Während Mario Gomez in der Spitze ständig rochierte und auch ein wenig Pech im Abschluss hatte, war Miroslav Klose bis zur 64. Minute gar nicht im Spiel, ehe ein Kopfball des Münchners das walisische Tor knapp verfehlte. 20 Minuten vor Schluss brachte Löw mit Zweitliga-Stürmer Oliver Neuville für Gomez seinen Joker aufs Feld, doch auch der Gladbacher traf nicht ins Schwarze.

Lehmann nahezu ohne Beschäftigung

Wie schon gegen Zypern setzte Podolski auch im 15. Duell gegen die biederen Waliser das erste Achtungszeichen in der Offensive, als er in der zehnten Minute knapp über das Tor der Gäste schoss. Wenig später verhinderte allein das Torgestänge die deutsche Führung durch Borowski (14.), der von seinem Bremer Teamkollegen Fritz mustergültig bedient wurde und aus 16 Metern abzog. Doch Schlussmann Wayne Hennessey lenkte den Flachschuss an den Pfosten. Zehn Minuten später versuchte erneut Podolski sein Glück, zielte jedoch bei seinem Volleyschuss aus 18 Metern am Gehäuse vorbei. Die beste Möglichkeit in der ersten Halbzeit leitete Lahm mit seiner Flanke auf Gomez ein, doch der Stuttgarter köpfte freistehend vorbei (34.).

Die im Hinspiel in Cardiff 2:0 bezwungenen Waliser suchten ihre Chance in blitzschnell vorgetragenen Kontern, die Jens Lehmann aber vor keine ernsthafte Probe stellten. Der Schlussmann vom FC Arsenal ist nun in Länderspielen seit 441 Minuten unbezwungen. Mit Simon Rolfes für den unauffälligen Thomas Hitzlsperger, aber weiterhin einer hohen Fehlpassquote startete die deutsche Mannschaft in die zweite Hälfte. Erst ein Fehler von Hennessey, der eine Freistoß- Flanke von Borowski unterlief, eröffnete den Gastgebern durch Rolfes (59.) die nächste Möglichkeit. Danach drückte das deutsche Team noch einmal mächtig aufs Tempo, doch das Siegtor glückte gegen den walisischen Abwehrriegel nicht mehr. (mit dpa)