Fußball Spanien : Barcelona ist vorzeitig Meister

Drei Tage nach dem Gewinn des Landespokals durften sich die Katalanen bereits vor ihrem Punktspiel bei RCD Mallorca über den 19. Meisterschaftstriumph in der Primera Division freuen. In Barcelona kam es zu Ausschreitungen.

BarcelonaBarcelonas Verfolger, Erzrivale Real Madrid, unterlag am späten Samstagabend mit 2:3 beim FC Villarreal und hat damit keine Chance mehr, die Mannschaft von Trainer Josep Guardiola vom ersten Platz zu verdrängen.

Real Madrid hat bei zwei noch ausstehenden Spielen 78 Punkte, Champions-League-Finalist Barca hat vor seinem drittletzten Meisterschaftsspiel am Sonntagabend bereits 86 Zähler. "Sie verdienen es, Meister zu sein. Wir hätten ihn (den Titel) gern selbst geholt", sagte Präsident Vicente Boluda von Titelverteidiger Real. Die Madrilenen hatten ihre letzte Möglichkeit aber mit der Last-Minute-Niederlage in Villarreal verspielt.

Nachdem die Gastgeber durch Robert Pires (17.) in Front gezogen waren, glich der ehemalige HSV-Profi Rafael van der Vaart aus (47.). Auch die erneute Führung durch Cani (62.) egalisierte Madrid, als Gonzalo Higuain in der 89. Minute zur Stelle war. Für die Entscheidung sorgte in der Nachspielzeit Joan Capdevilla. "Zuerst möchte ich einmal unserem Trainer Josep Guardiola gratulieren", sagte Barcelonas Präsident Joan Laporta.

Barcelona hat am 27. Mai in Rom auch noch die Chance, die Champions League zu gewinnen. Dort trifft das Ensemble um den argentinischen Superstar Lionel Messi auf Titelverteidiger Manchester United, das ebenfalls vorzeitig den Gewinn der Meisterschaft bejubelte. "Es wäre das Größte, wenn wir das Finale gegen Manchester United in der Champions League gewinnen", so Präsident Laporta.

Überschattet wurden die Feierlichkeiten in Barcelona von schweren Ausschreitungen. Etwa 50 Menschen, darunter 15 Polizisten, seien im Zentrum Barcelonas leicht verletzt worden, teilten die Behörden am Sonntag mit. Eine Gruppe von etwa 100 Randalieren habe die Polizei mit Flaschen und Steinen angegriffen. Die Beamten setzten Gummigeschosse ein. 63 Gewalttäter seien festgenommen worden, unter ihnen vier Minderjährige. (cl/dpa)