Der Tagesspiegel : Fußballkrawalle: Polizeipräsident sieht keine Versäumnisse

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Das Potsdamer Polizeipräsidium hat Vorwürfe über polizeiliche Einsatzpannen und Übergriffe von Beamten im Zusammenhang mit dem Krawall-Pokalspiel zwischen Hertha BSC und Babelsberg 03 zurückgewiesen. Polizeipräsident Detlef Graf von Schwerin sprach am Freitag in Potsdam von einem "verhältnismäßigen Vorgehen" der Einsatzkräfte. Nach dem Fußballspiel war es zwischen rechtsgerichten Hertha-Hooligans und Bewohnern eines besetzten Hauses im Potsdamer Stadtteil Babelsberg zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Die Ermittlungen dazu dauern an. Der Präsident hält in seinem Zwischenbericht an der bisherigen Darstellung fest, wonach erst die Hausbesetzer die vorbeiziehenden Hooligans provoziert haben. Auch hätten sie sich vorsorglich mit Steinen eingedeckt, wobei der erste Stein dann jedoch offenbar von den Hooligans geworfen worden sei. Von Schwerin wies darauf hin, dass in dem besetzten Haus Waffen, Drogen-Zubehör und gestohlene Fahrräder gefunden worden seien. Zugleich bestritt er, dass nicht genügend Beamte eingesetzt wurden. Die 300 Polizisten vor Ort "hätten ausreichen müssen." Das Problem: Ein Großteil davon sei unerwartet im Fußballstadion selbst gebunden gewesen, da es dort nach Spielende zu einer Massenschlägerei zwischen den Fanblöcken gekommen war und der eigentlich zuständige Ordnerdienst die Lage nicht in den Griff bekam. Vorwürfe, wonach die Polizei rechtsradikale Äußerungen und Hitler-Grüße aus dem Hertha-Block ignoriert haben soll, wies das Präsidium zurück. Bestätigt wurde hingegen, dass der Internetauftritt des Potsdamer Hertha-Fanclubs, auf dem zur Gewalt gegen "Zecken" aufgerufen worden war, der Polizei bekannt war. Man sei jedoch davon ausgegangen, das Problem wie bei früheren Spielen in den Griff zu bekommen.

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