G-8-Gipfel : Minister verteidigt Tiefflieger-Einsatz

Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern hat die umstrittenen Tornado-Einsätze während des G-8-Gipfels verteidigt. Er habe sie alle angefordert, nicht etwa der Polizeiführer einer Sondereinheit.

Aufklärungs-Tornado
Ein Aufklärungs-Tornado der Bundeswehr, wie er über Heiligendamm eingesetzt wurde. -Foto: ddp

SchwerinDie umstrittenen Tornado-Aufklärungsflüge beim G-8-Gipfel in Heiligendamm sind nach Angaben des Innenministeriums in Schwerin nicht eigenmächtig vom Polizeiführer der Sondereinheit Kavala veranlasst worden. Dieser habe keine Entscheidungen getroffen, die über seine Kompetenzen hinausgingen, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Er widersprach damit einem Bericht der "Bild am Sonntag", nach dem Kavala-Chef Knut Abramowski die Flüge ohne sein Wissen veranlasst habe.

Es geht um Aufklärungsflüge an sieben Tagen im Mai und Juni, unter anderem über die Camps von G-8-Gegnern. Die Opposition im Landtag sieht weiteren Aufklärungsbedarf. Die Abgeordnete der Linken, Barbara Borchardt, forderte die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses.

Caffier verwies auf seinen Bericht im Innenausschuss des Landtags Ende Juni, wo er auch zum Tornado-Einsatz Stellung genommen hatte. Danach hatte das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern beim Verteidigungsministerium und der Bundeswehr um Amtshilfe für Aufklärungsflüge gebeten, um über eventuelle Vorbereitungen gewaltbereiter G-8-Gegner oder von Terroristen informiert zu sein. Beantragt waren demnach zwei "Aufklärungseinheiten".

Wie viele Flüge innerhalb dieser Einheiten genau stattfinden sollten, sei den Fachleuten überlassen worden, hieß es aus dem Innenministerium. Schließlich seien zwischen dem zuständigen Einsatzabschnitt und dem Aufklärungsgeschwader 51 vier Aufklärungsmissionen abgestimmt worden. Es fanden laut Caffier Flüge an sieben Tagen statt. (mit dpa)