G-8-Gipfel : USA: Atomkraft für den Klimaschutz

Möglicherweise Atomstreit zum Auftakt des G-8-Gipfels in Toyako: Die USA setzen im Kampf gegen die Erderwärmung voll auf Atomstrom. Auch in anderen G-8-Staaten wird die Kernenergie positiv beurteilt - außer in Deutschland, das in dieser Frage alleine steht.

Atomkraftwerk
Klimafreundlich. Kernenergie erzeugt Strom, ohne dass dabei Kohlendioxid entsteht. -Foto: ddp

ToyakoDer G-8-Gipfel steuert auf einen Konflikt über die Nutzung der Kernenergie zu. Die USA betrachten deren Nutzung als einen Prüfstein für die Ernsthaftigkeit im Kampf gegen die globale Erwärmung. Deutschland ist in der Atomfrage im Kreis der G 8 isoliert. Die anderen sieben Länder bewerten die Kernkraft durchweg positiv. Grund für die deutsche Position ist der im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD festgeschriebene Atomausstieg.

Angesichts der Wirksamkeit der nuklearen Kraftwerke, die keinerlei Treibhausgase produzierten, seien "Atomkraftwerke der Lackmustest für die Ernsthaftigkeit" der Staaten, gegen die Klimaerwärmung zu kämpfen, sagte der engste Umweltberater des US-Präsidenten, Jim Connaughton, am Montag zum Auftakt des G-8-Gipfels in Toyako (Japan). Wer wirklich den Ausstoß von Treibhausgasen einschränken wolle, komme an einer intensiven Nutzung der Atomkraft nicht vorbei.

Merkel: Fortschritt in Klimapolitik scheint möglich

Merkel äußerte sich bei einem bilateralen Treffen mit dem japanischen Ministerpräsident Yasuo Fukuda zum Auftakt des Gipfels verhalten optimistisch über die Klimapolitik. "Ein Fortschritt erscheint möglich", wurde die Kanzlerin anschließend in Delegationskreisen zitiert.

Nach Darstellung eines Sprechers des japanischen Außenministeriums einigten sich beide Politiker darauf, für ein "bedeutungsvolles Ergebnis" bei den Gipfelberatungen zum Klima kooperieren zu wollen. Ähnlich äußerten sich Fukuda und der britische Premier Gordon Brown bei einem bilateralen Treffen, wie Kazuo Kodama, Sprecher des japanischen Außenministeriums, im Anschluss mitteilte. Gastgeber Japan wolle erreichen, dass die G-8-Staaten ein "Krisenbewusstsein" teilten. (ck/dpa)