G-8-Staaten : Ausstoß klimaschädlicher Gase soll bis 2050 halbiert werden

Drei Tage haben die Umweltminister der G-8-Staaten im japanischen Kobe mit sich gerungen. Das Ergebnis: Bis 2050 soll der Ausstoß klimaschädlicher Gase mindestens halbiert werden. Wie das gelingen soll - darüber schweigen sich die Minister aus.

KobeDie Umweltminister der größten Industrienationen (G-8) haben zu mehr Einsatz beim Klimaschutz aufgerufen. In der am Montag veröffentlichten Abschlusserklärung ihrer dreitägigen Verhandlungen im japanischen Kobe einigten sich die Minister der reichen Staaten der Erde darauf, eine führende Rolle im Klimaschutz zu übernehmen und eine Reduzierung des Ausstoßes klimaschädlicher Gase bis 2050 um mindestens die Hälfte zu erreichen. Auf konkrete Schritte zum Klimaschutz einigten sich die G-8-Staaten jedoch nicht.

Es sei der "starke politische Wille" geäußert worden, über die Vereinbarung des G-8-Gipfels vom vergangenen Sommer hinauszugehen, hieß es in der Erklärung von Kobe. Auf dem G-8-Gipfel im vergangenen Sommer in dem deutschen Ostseeort Heiligendamm hatten sich die Mitgliedstaaten Deutschland, USA, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien, Japan und Russland lediglich darauf geeinigt, eine Halbierung der CO2-Emissionen bis 2050 "ernsthaft zu prüfen".

Nachfolger für das Kyoto-Protokol

Der japanische Umweltminister Ichiro Kamoshita erklärte nach dem Treffen, alle Seiten hätten ihren Willen bekundet, Ende kommenden Jahres in Kopenhagen das Kyoto-Nachfolgeprotokoll auf den Weg zu bringen. Die Vereinbarung mittelfristiger Ziele sei hingegen ein Thema für multinationale Verhandlungen. Der deutsche Umweltstaatssekretär Matthias Machnig (SPD) erklärte, ohne mittelfristige Vorgaben für die Industrienationen werde es in Kopenhagen schwierig werden, zu einer Einigung zu gelangen.

Japan, das derzeit den Vorsitz der G-8 innehat, wollte mit den Beratungen in Kobe die Arbeit an einem Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz vorantreiben. Japan richtet im Juli den G-8-Gipfel in Toyako aus und hofft auf einen Durchbruch bei der  Begrenzung von weltweiten Kohlendioxid-Emissionen, deren Obergrenzen Ende 2009 in Kopenhagen neu festgelegt werden sollen.

"Unklare Formulierungen"

Umweltschützer kritisierten das Ergebnis des Treffens. Der lediglich ausgedrückte "starke politische Wille" zur Bekämpfung des Klima-Problems sei eine "unklare Formulierung", sagte der mit Klimawandel befasste Vertreter der Umweltschutzorganisation WWF, Naoyuki Yamagishi. Vor dem Treffen habe es die Hoffnung gegeben, dass die Industrienationen über den Beschluss des G-8-Gipfels vom vergangenen Sommer hinausgingen.

Die EU will ihre Treibhausgase bis 2020 im Vergleich zum Stand von 1990 um mindestens 20 Prozent verringern, bei einer Verpflichtung der USA und von Schwellenländern wie Indien oder China zu verbindlichen Klimaschutzzielen sogar um 30 Prozent. Japan hat bisher eine genaue Bezifferung seiner Klimaziele vermieden. (mfa/AFP)