Gabriele Pauli : "Ich bin genau richtig in der CSU"

Mit ihrem jüngsten Vorschlag für eine Ehe auf Zeithat Gabriele Pauli in der CSU mal wieder in ein Wespennest gestochen. Die aufmüpfige Landrätin lässt sich trotz heftiger Anfeindungen und minimaler Chancen in ihrer Kandidatur für den Parteivorsitz nicht beirren.

Gabriele Pauli
Gabriele Pauli. -Foto: dpa

München Die Kandidatin für den CSU-Vorsitz, Gabriele Pauli, sieht für ihren umstrittenen Vorschlag nach einer Ehe auf Zeit Unterstützung bei Partei-Anhängern und Bürgern. Ihre Forderung sei "nicht abwegig", sagte Pauli dem Nachrichtensender N24. Viele Ehen würden nur noch "nach außen geführt" und seien "innen kaputt". Mit ihrem Vorschlag könnten Ehen einfacher, ohne Streitereien vor Gericht und ohne Prozesskosten aufgelöst werden. Pauli bekräftigte zugleich ihre Kandidatur. "Es geht mir darum, Vorsitzende zu werden." Wenn der Parteitag sie kommende Woche nicht unterstütze, brauche es vielleicht "noch ein bisschen Zeit".

Die CSU muss nach Auffassung der Kandidatin für den Parteivorsitz den Menschen wieder ihren Selbstwert zurückgeben. Mit Selbstvertrauen könne jeder "unheimlich viel bewegen", betonte Pauli bei der Vorstellung ihres Programms für "eine ganzheitliche Politik". Der Anspruch der Politik müsse über die materielle Versorgung der Bevölkerung hinaus gehen. Das Wohl "der Seelen" komme bislang zu kurz. Politik müsse dem Bürger seinen "Wert in der Gesellschaft" vermitteln und den Weg zum Glück, zu sich selbst zeigen.

"Eine Frage für den Psychiater"

Die innerparteilichen Reaktionen auf Paulis Ehe-Vorschlag fallen wie gewohnt heftig aus. Der designierte bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) sprach Pauli jede Ernsthaftigkeit ab. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand in der CSU diese wirren Thesen unterstützt", sagte Beckstein heute am Rande der CSU-Herbstklausur im fränkischen Bad Staffelstein dem Nachrichtensender N24, die CSU-Reaktionen auf Pauli schwankten zwischen "Comedy" und einer "Frage für den Psychiater".

CSU-Vize Ingo Friedrich sieht für die Fürther Landrätin nach ihrem Vorstoß für befristete Ehen keinen Platz mehr in der Partei. "Wer solche Vorstellungen äußert, gehört nicht mehr in die CSU", sagte Friedrich. Pauli pfeife auf die Grundwerte der Partei. Sie habe jetzt den letzten Funken Seriosität verspielt. Es verstärke sich der Eindruck, dass die Landrätin "allein nach einem großen Medienecho giert".

Auch CSU-Chef Edmund Stoiber hatte Pauli den Parteiaustritt empfohlen. Wer die zeitliche Befristung der Ehe fordere, "der stellt sich so diametral gegen die CSU, der sollte sich doch eigentlich eher um die um Aufnahme in eine andere Partei bemühen". Pauli genießt die Aufmerksamkeit ganz offensichtlich. Ein Austritt aus der CSU komme für sie nicht in Frage. "Ich bin genau richtig in der CSU. Herr Stoiber muss weiter mit mir leben". (mit dpa/ddp)