Der Tagesspiegel : Ganz normal

Seit 2002 sind meine Eltern geschieden. Ich war noch relativ klein und hatte wenig Ahnung von sowas. Ich war schon traurig, dass ich immer nur noch ein Elternteil zu Hause hatte. Meine Mutter ist dann mit meiner Schwester und mir umgezogen. Meine Eltern haben mir natürlich erklärt, warum es so passiert ist. Aber es war ein komisches Gefühl.

Knapp sieben Jahre später ist das schon anders. Man kann sagen, dass es normal ist, denn jetzt verstehe ich, was damals passiert ist. Natürlich ist es blöd, dass ich meinen Vater so selten sehen kann, denn ich wohne jetzt mit meiner Mutter und meiner Schwester in Berlin, mein Vater ist in München geblieben. Ich versuche in jeden Ferien zu meinem Vater zu fahren. Das ist aber nicht immer so leicht, vor allem wegen der Entfernung.

Meine Eltern haben mittlerweile auch wieder ein gutes, normales Verhältnis zueinander. Am Anfang war es für mich schwierig, als mein Vater und meine Mutter neue Partner hatten. Ich erinnere mich noch, wie ich die Freundin meines Vaters und ihre Familie kennengelernt habe. Sie war sehr freundlich, und ich habe dann später mit dem Sohn und seinem Freund Fußball gespielt.

Mittlerweile ist unser Familienleben alles in allem ganz normal, ich bin mit den Kindern der Freundin recht gut befreundet. Genauso hat meine Mutter auch einen Freund, mit dem ich nicht schlecht klarkomme. Ich fühle mich dabei nicht unwohl oder schäme mich dafür, denn als ich älter wurde, habe ich gemerkt, dass es besser so ist. Luca Hyzdal, 16 Jahre

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