Geburtstermin : Spanische Verteidigungsministerin entbindet

Trotz der Kritik vieler Kollegen hat Carmen Chacón während ihrer Schwangerschaft weiter die Amtsgeschäfte geführt. Vor kurzem noch reiste sie nach Afghanistan und in den Libanon - nun ist sie im Krankenhaus, um einen Sohn zur Welt zu bringen.

Barcelona Spaniens Verteidigungsministerin Carmen Chacón (37) ist am Montag zur Geburt ihres ersten Kindes in ein Krankenhaus ihrer Heimatstadt Esplugues de Llobregat bei Barcelona eingewiesen worden. Das teilte ihr Ministerium in Madrid mit. Rundfunkberichten zufolge erwartet Chacón einen Jungen. Eigentlich hätte die Ministerin an diesem Dienstag erstmals im Verteidigungsausschuss des Parlaments in Madrid auftreten sollen.

Chacón ist die erste Frau an der Spitze des Verteidigungsressorts in der Geschichte Spaniens und auch die erste Ministerin, die in ihrer Amtszeit ein Kind zur Welt bringt. Dies hatte ihr aus konservativen Kreisen Kritik eingebracht.

Erst vor einem Monat hatte Chacón die spanischen Truppen in Afghanistan und eine Woche später die im Libanon besucht. Sie hatte damit auch zeigen wollen, dass die Schwangerschaft sie nicht an der Ausübung ihres Amtes hindern werde. Ihre Ernennung war noch auf andere Vorbehalte gestoßen: Chacón stammt aus der Region Katalonien im Nordosten des Landes, wo ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung einen gewissen Argwohn gegenüber den spanischen Streitkräften hegt. (mpr/dpa)