Der Tagesspiegel : Gefährliche Haftentlassene in Datei erfasst Landeskriminalamt übernimmt neue Aufgaben

Eberswalde – Zum 1. Juli hat das brandenburgische Landeskriminalamt (LKA) ein „Kompetenzzentrum“ eingerichtet, das sich vor allem mit der Kriminalität im Internet befasst. Der Bedarf ist offensichtlich: 2007 registrierte die Brandenburger Polizei 8776 Fälle, bei denen das Internet als „Tatmittel“ missbraucht wurde. 2003 waren es noch 3561 Delikte. Die zentrale Auswertung der Ermittlungsverfahren mit Bezug zum Internet finde jetzt beim LKA statt, sagte dessen Chef Dieter Büddefeld gestern im Hauptsitz der Behörde in Eberswalde. Außerdem bearbeite das LKA nun schwere Fälle von Computerkriminalität.

Büddefeld stellte darüber hinaus die reformierte Struktur des Landeskriminalamts vor, das jetzt in weniger Abteilungen und Dezernaten insgesamt mehr Beamte einsetzt. Der Personalbestand stieg von 669 auf 745 Kriminalisten. Sie sind nun auch für Ermittlungen in Fällen schwerer, überregionaler Rauschgiftkriminalität sowie für besondere Umweltstraftaten zuständig. Außerdem verstärkt das LKA den Blick auf Sexualstraftäter, die aus der Haft entlassen sind, aber immer noch als gefährlich gelten. Nach einer Probezeit hat die Behörde jetzt offiziell eine „Zentralstelle der Haft-Entlassenen-Auskunfts-Daten Sexualstraftäter“ installiert. Hier sind die von den Staatsanwaltschaften übermittelten Angaben zu 117 Personen gespeichert, die als „Risiko-Probanden“ eingestuft sind. Über die Zentralstelle versorgt das LKA die Polizei im Lande mit Informationen, beispielsweise zum Wohnort eines entlassenen Täters.

Verstärkt wurde auch die Abteilung Staatsschutz. Das ist notwendig, denn im ersten Halbjahr 2008 verübten rechte und linke Extremisten in der Summe etwa gleich viele Straftaten wie im gleichen Zeitraum 2006. Das LKA verzeichnete allerdings einen Rückgang bei rechten und linken Gewaltdelikten. fan

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