Der Tagesspiegel : Gefangene in Brandenburg stehen auf weiche Drogen

In diesem Jahr sind in Brandenburgs Haftanstalten mehr als 30 Fälle von Drogenmissbrauch aufgedeckt worden. Das gab Brandenburgs Justizminister Kurt Schelter (CDU) bekannt. Es handle sich vorwiegend um Cannabis-Konsumenten unter den Gefangenen, antwortete Schelter auf eine parlamentarische Anfrage. Dagegen seien nur vereinzelt Amphetamine, Ecstasy und Kokain festgestellt worden. Von einer grundsätzlichen Steigerungsrate könne aber keine Rede sein. Für das Jahr 2000 gab der Minister 22 Fälle von Drogenmissbrauch an.

Den größten Anstieg weist die Haftanstalt in Spremberg mit elf Drogendelikten im laufenden Jahr auf, 2000 wurden nur sechs Fälle registriert. Wie die Drogen in die Gefängnisse geschmuggelt werden, ist Schelter zufolge nicht genau bekannt. Es sei aber zu vermuten, dass Gefangene sie nach Lockerungsmaßnahmen mitbringen, Besucher sie übergeben oder die Stoffe in Paketen und Briefen enthalten sind.

Zugleich verwies der Minister auf eine hohe Dunkelziffer. Um sie zu minimieren, gebe es mittlerweile in den Gefängnissen Suchtmittelbeauftragte unter den Vollzugbediensteten. Außerdem wurden die Kontrollen verstärkt, die Mitarbeiter geschult und die Kontakte zu den Drogenberatungsstellen außerhalb der Einrichtungen ausgebaut. Inzwischen werden laut Schelter die Zellen turnusmäßig nach Rauschgift durchsucht. Dagegen sei der ständige Einsatz von Drogenspürhunden nicht sinnvoll. Die Tiere könnten nur etwa 30 Minuten arbeiten und benötigten dann eine längere Pause.

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