Geheimdienste : CIA wollte Castro umbringen lassen

Der US-Geheimdienst CIA hat in einem ungewöhnlichen Schritt Akten über seine Aktivitäten zwischen den 50er und 70er Jahren veröffentlicht. Darunter ist auch ein Mordplan gegen den kubanischen Staatschef Castro mit Hilfe der Mafia.

WashingtonDie CIA hat ihren Giftschrank geöffnet: Der US-Geheimdienst veröffentlichte am Dienstag Archivmaterial im Internet, das Aufschluss über gesetzeswidrige Aktivitäten zwischen den 50er und den 70er Jahren geben soll. CIA-Direktor Michael Hayden hatte in der vergangene Woche mitgeteilt, dass es sich um fast 700 Seiten handele. Die Dokumente, die behördenintern als "Familienschmuck" bezeichnet werden, standen bislang unter höchster Geheimhaltung. "Das meiste davon ist nicht sehr schmeichelhaft, aber das ist nun einmal die Geschichte der CIA", hatte Hayden auf einer Historikerkonferenz gesagt.

"Die Dokumente gewähren einen Einblick in eine ganz andere Epoche", sagte Hayden weiter. Die Dokumente sollen Angaben über Mordkomplotte, Einbrüche, Diebstähle, Experimente an Menschen, das amtliche Mitlesen privater Post und das Ausspähungen von Journalisten enthalten. Soll so die CIA der Mafia in den USA 150.000 Dollar angeboten haben, um den kubanischen Präsidenten Fidel Castro mit Giftpillen zu töten. Einer von ihnen soll der Nachfolger des legendären Gangsterboss Al Capone gewesen sein.

Das Archiv war 1973 auf Anordnung des damaligen CIA-Direktors James Schlesinger angelegt worden, der sich einen Überblick über die "Leichen im Keller" des Geheimdiensts verschaffen wollte. Nur ein kleiner Kreis von Geheimdienstmitarbeitern, Ausschussmitgliedern des Kongresses und Mitarbeitern des Weißen Hauses hatte bisher Zugang. Historiker und Journalisten klagten bislang vergeblich auf Herausgabe der Dokumente geklagt. (mit AFP)