Geheimdienste : Prozess gegen CIA-Agenten vertagt

In Italien ist ein Prozess gegen 25 CIA-Agenten wegen der Verschleppung eines ägyptischen Imams auf den Herbst verschoben worden.

MailandDer Prozess gegen 25 CIA-Agenten wegen der Entführung eines unter Terrorverdacht stehenden Ägypters in Italien ist auf den Herbst vertagt worden. Am 24. Oktober solle der Prozess fortgesetzt werden, hieß es in Justizkreisen. Die Verteidigung des angeklagten früheren Chefs des italienischen Militärgeheimdienstes SISMI, Nicolò Pollari, hatte einen Antrag auf Vertagung des Prozesses eingereicht. Das Verfassungsgericht muss noch über einen Einspruch der italienischen Regierung entschieden, die den Mailänder Ermittlern den Verrat von Staatsgeheimnissen vorwirft. Das Verfassungsgericht will sich nicht vor dem Herbst zu dem Fall äußern.

Angeklagt sind insbesondere 25 CIA-Agenten, ein Oberst der US-Luftwaffe sowie sieben Mitarbeiter italienischer Geheimdienste. Die Mailänder Staatsanwaltschaft wirft den CIA-Agenten vor, den unter Terrorverdacht stehenden ehemaligen Imam einer Mailänder Moschee, Osama Mustafa Hassan, im Februar 2003 in Italien entführt zu haben. Den CIA-Mitarbeitern wird der Prozess in Abwesenheit gemacht. Es ist das erste Mal, dass sich so viele US-Geheimagenten vor der Justiz eines verbündeten Landes verantworten müssen.