Geheimnisverrat : Bewährungsstrafe für Stuttgarter Ex-Justizministerin

Weil sie gegenüber ihrem Kollegen aus dem Wirtschaftsministerium geplaudert haben soll, ist die frühere baden-württembergische Justizministerin Werwigk-Hertneck zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Werwigk-Hertneck
Corinna Werwigk-Hertneck. -Foto: dpa

StuttgartDas Landgericht Stuttgart hat eine einjährige Bewährungsstrafe gegen die frühere baden-württembergische Justizministerin Corinna Werwigk-Hertneck wegen Verrats von Dienstgeheimnissen ausgesprochen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die FDP-Politikerin im Sommer 2004 ihrem Parteifreund, dem damaligen Wirtschaftsminister Walter Döring, Einzelheiten aus einem Ermittlungsverfahren im Zuge der so genannten Umfrageaffäre gegen ihn mitgeteilt hatte. Werwigk-Hertneck, die die Vorwürfe stets bestritten hatte, nahm das Urteil ungerührt entgegen.

Die Staatsanwältin Susanne Dathe hatte eine Bewährungsstrafe von 14 Monaten beantragt. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Bei den Ermittlungen gegen Döring ging es um die ungeklärte Finanzierung einer Umfrage zu seiner Wirtschaftspolitik. Hinweise auf die Umfrage waren in den Akten eines Untersuchungsausschusses des Landtags aufgetaucht. Nach wochenlangem politischen Druck waren Mitte 2004 zunächst Döring und schließlich auch Werwigk-Hertneck zurückgetreten. (mit dpa)