Geisel-Drama : Beslan-Video widerlegt Untersuchungsausschuss

Zu dem Geiseldrama von Beslan vor drei Jahren ist ein Video aufgetaucht, welches die bisherige offizielle Version widerlegt. Demnach gab es keine Explosion im Schulgebäude und die russischen Truppen hätten das Feuer eröffnet.

MoskauHinterbliebene der Opfer des Geiseldramas in einer Schule der Kaukasus-Stadt Beslan vor drei Jahren haben nach der Veröffentlichung eines Videos eine neue Untersuchung verlangt. Die auf der Website einer Gruppe zur Unterstützung der Opfer veröffentlichten Aufnahmen stehen den Vorwürfen zufolge im Widerspruch zur offiziellen Version der Ereignisse. Ein Mann, der für einen Ingenieur der russischen Armee gehalten wird, sagt in dem Video, es habe keine Explosion in der Schule gegeben.

Die Ermittlungen der Justiz hatten dagegen ergeben, dass das Feuergefecht, bei dem am 3. September 2004 332 Menschen - unter ihnen 186 Kinder - getötet wurden, durch eine Explosion in dem Gebäude ausgelöst worden war, in dem pro-tschetschenische Geiselnehmer mehr als 1200 Menschen festhielten. Angehörige der Opfer hatten die Darstellung in Zweifel gezogen. Ihrer Version zufolge eröffneten die russischen Streitkräfte zuerst das Feuer.

Die Leiterin des Komitees Mütter von Beslan, einer der Opfergruppen, kündigte an, eine Befragung des Ingenieurs durch die Staatsanwaltschaft zu beantragten. Diese habe das Video nicht als Beweismaterial verwendet. "Als wir sie fragten, haben sie uns gesagt, es sei verloren gegangen", sagte Susana Dudijewa. Die Aufnahmen seien dem Komitee von einen anonymen Absender zugestellt worden. (mit AFP)