Geiselbefreiung in Afghanistan : Unions-Politiker kritisieren südkoreanische Regierung

Das Vorgehen der südkoreanischen Regierung ist bei Politikern von CDU und CSU auf scharfe Kritik gestoßen. Sie fürchten um eine Aufwertung der Taliban und eine Zunahme von Entführungen.

BerlinNach der Freilassung mehrerer südkoreanischer Geiseln durch die Taliban haben deutsche Politiker das Vorgehen der südkoreanischen Regierung scharf kritisiert. „So sehr man sich über die Freilassung der Geiseln freuen kann, so kritikwürdig sind die Umstände“, sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Eckart von Klaeden (CDU), dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel: „Diese Erpressung ermutigt die Taliban, ihre verbrecherischen Methoden fortzusetzen.“

Der CSU-Außenpolitiker Karl-Theodor zu Guttenberg warnte, die Freilassung könne zum "Propagandaerfolg" der Taliban werden. Es sei "eine neue Dimension, Verhandlungen mit den Taliban einem solchen Scheinwerferlicht zu unterstellen", sagte Guttenberg dem Blatt: "Der Eindruck, dass Geiselnahmen zum Erfolg führen, ist verheerend und generell zu vermeiden." (Tsp)