Geiseldrama in Afghanistan : Erstes Treffen von Südkoreanern mit Taliban

Sie gelten als letzte Hoffnung für die 21 Geiseln: Die direkten Gespräche zwischen Vermittlern aus Seoul und den Islamisten haben offenbar begonnen.

GhasniIm Geiseldrama um 21 verschleppte Südkoreaner sind südkoreanische Unterhändler und radikalislamische Taliban offenbar erstmals zu direkten Verhandlungen zusammengekommen. "Im Moment laufen direkte Gespräche zwischen zwei Unterhändlern der Taliban und der südkoreanischen Delegation in Ghasni", hieß es aus afghanischen Sicherheitskreisen. Die südkoreanische Botschaft wollte das nicht bestätigen. Die Taliban teilten lediglich mit, sie hätten zwei ihrer Unterhändler zu Beratungen nach Ghasni entsandt.

Direkte Gespräche zwischen Südkoreanern und Taliban gelten als letzte Hoffnung für die Freilassung der vor rund drei Wochen verschleppten christlichen Aufbauhelfer. Telefonische Kontakte zwischen beiden Seiten waren erfolglos geblieben. Im Verlauf der Geiselkrise hatten die Entführer bereits zwei ihrer ursprünglich 23 Gefangenen getötet. Forderungen der Taliban nach einem Gefangenenaustausch hatte die afghanische Regierung abgelehnt. Die Radikalislamisten wollen Gesinnungsgenossen aus afghanischen Gefängnissen freipressen. (mit AFP)