Geiselkrise : Afghanische Regierung lässt Taliban-Ultimatum verstreichen

Die Krise um die südkoreanischen Geiseln in Afghanistan spitzt sich zu. Um 9:30 Uhr lief das Ultimatum ab, das die Taliban gestellt hatten. Sie fordern die Freilassung von Gesinnungsgenossen und drohen mit der Ermordung der Geiseln.

KabulKurz vor Ablauf des Ultimatums der Taliban hat die afghanische Regierung die Rebellen im Fall der 22 südkoreanischen Geiseln um zwei Tage mehr Zeit gebeten. "Unsere Delegierten sind im Gespräch mit ihnen (den Taliban), damit sie uns zwei zusätzliche Tage geben", sagte der Gouverneur der südostafghanischen Provinz Ghasni, Mehrajuddin Patan. Am Montagmittag um 12 Uhr (9:30 Uhr MESZ) lief das Ultimatum ab, das die Rebellen zuvor bereits mehrfach verlängert hatten. Patan sagte kurz zuvor, die Verhandlungen dauerten an. Bislang äußerten sich die Taliban nicht zu der Bitte um Fristverlängerung.

Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi hatte am Sonntag gedroht, das nun abgelaufene sei das "letzte Ultimatum" für die Regierungen in Kabul und Seoul. Sollten sie bis Ablauf der Frist nicht der Freilassung von acht in afghanischer Haft einsitzenden Taliban-Kämpfern zustimmen, würden die Geiseln getötet. 23 Südkoreaner - Mitglieder einer Freikirche, die in Afghanistan medizinische Hilfe leisten wollten - waren am 19. Juli auf dem Weg von der Hauptstadt Kabul nach Kandahar im Süden des Landes verschleppt worden. Eine der Geiseln wurde später von den Entführern getötet. (mit dpa)